Hochschulen

Uni-Absolventen wollen häufig in Berlin bleiben

Kein Brain-Drain: Studie der drei Berliner Hochschulen ergibt, dass 60 bis 80 Prozent ihrer Absolventen in der Hauptstadt Arbeit fanden.

Büffeln für die Zukunft:  Studenten sitzen im Audimax der Humboldt-Universität zu Berlin

Büffeln für die Zukunft: Studenten sitzen im Audimax der Humboldt-Universität zu Berlin

Foto: A3498 Marcel Mettelsiefen / dpa

Die Absolventen der Berliner Hochschulen sind für den Arbeitsmarkt offenbar sehr attraktiv. Und sie bleiben gerne in der Hauptstadt: Deutlich häufiger als junge Akademiker anderer deutscher Unis suchen die Berliner einen Job am Hochschulstandort. Dies jedenfalls zeigt eine aktuelle Befragung der Freien Universität (FU), der Technischen Universität (TU) und der Humboldt-Universität (HU).

Deutlich weniger Abwanderung als in anderen Bundesländern

Eineinhalb Jahre nach ihrem Studienabschluss sind danach rund 60 bis 80 Prozent der Absolventen in Berlin beschäftigt, der Anteil schwankt je nach Fachrichtung. Bundesweit liegt der Anteil deutlich darunter, bei nur 20 bis 40 Prozent. „Berlin leidet also nicht unter Brain-Drain und hat vermutlich durch diese im Vergleich zu anderen Bundesländern hohe Bindungskraft Vorteile bei Innovationspotenzialen“, heißt es in einer gemeinsamen Erklärung der drei Hochschulen.

Für die Studie wurden die Absolventen eineinhalb Jahre nach Studienabschluss zu ihrer Beschäftigungssituation befragt – insgesamt waren es in Berlin rund 3000, bundesweit 23.000. Rund 40 bis 90 Prozent derjenigen mit einem Master, einem Staatsexamen oder einem Diplom waren 18 Monate nach dem Examen bereits erwerbstätig. Bei Absolventen mit Bachelorabschluss waren es deutlich weniger, nur zehn bis 40 Prozent. Als Grund nennen die Unis die „hohen Übergangsquoten in das Masterstudium“.

Bessere Verdienstaussichten mit Master oder Diplom

Interessant sind auch die Aussagen zum Verdienst. Die erwerbstätigen Masterabsolventen sowie Absolventen mit Diplom, Magister- oder Staatsexamensabschluss verdienen eineinhalb Jahre nach ihrem Studienabschluss deutlich mehr als die frisch gebackenen Bachelors: Monatlich liegt das Bruttogehalt bei den Sozial- und Geisteswissenschaftlern rund 800 Euro höher, bei den Naturwissenschaftlern sind es sogar deutlich über 1000 Euro mehr. Allerdings ist die vertraglich vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit der Bachelorabsolventen ebenfalls niedriger.

Was die Dauer der Beschäftigungssuche betrifft, gibt es keine Unterschiede zwischen den Berliner Universitätsabsolventen und der bundesweiten Vergleichsgruppe. In einigen Fächern ist aber der Anteil der Arbeitssuchenden höher als im bundesweiten Vergleich. Das sind vor allem Absolventen mit Master- und Altabschlüssen aus den Sprach- und Kulturwissenschaften sowie aus den Naturwissenschaften.