Bildung

Berlins Lehrer sind unzufrieden mit Streikabsage durch GEW

Teile der Berliner Lehrerschaft misstrauen der Einigung mit dem Senat, dass Grundschullehrer mehr Geld bekommen sollen.

Ein Blick in den Schulunterricht (Archivbild)

Ein Blick in den Schulunterricht (Archivbild)

Foto: Fredrik von Erichsen / dpa

In der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) rumort es heftig. Viele angestellte Lehrer sind offenbar nicht damit einverstanden, dass der für den Schulbeginn angekündigte Streik abgesagt wurde. Die Vereinbarung mit dem Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD) würden lediglich Absichtserklärungen im Wahlkampf enthalten, heißt es von der Lehrerinitiative Bildet Berlin!, die die Streiks unterstützt hatte.

In den Gesprächen mit dem Finanzsenator wurde der GEW zugesichert, dass Grundschullehrer perspektivisch genauso viel Geld bekommen sollen wie Oberschullehrer, wenn sie die gleiche Ausbildungsdauer absolviert haben.

Lehrer an Sekundarschulen und Gymnasien gehen leer aus

„Die Notwendigkeit, die Grundschullehrer besser zu bezahlen, hatte die SPD schon in ihrem Wahlprogramm eingeräumt, dafür wären keine 20 Streiktage nötig gewesen“, sagte Florian Bublys, Sprecher der Initiative. Die Forderung der angestellten Lehrer nach einer Anpassung des Einkommens an das der verbeamteten Kollegen spiele gar keine Rolle mehr in der Vereinbarung. Lehrer an Sekundarschulen und Gymnasien würden völlig leer ausgehen.

Der GEW werfen die Lehrer der Initiative vor, den Ausstand ohne Legitimation der Streikenden abgesagt zu haben. „Die Zustimmung der Basis wurde nicht eingeholt“, so Bublys. Der Schulterschluss zwischen Gewerkschaft und SPD vor der Wahl sei nicht nachvollziehbar. Um ihre Empörung zum Ausdruck zu bringen, haben die Lehrer eine Unterschriftenaktion in Form einer Onlinepetition im Internet gestartet.

„Uns ist ein wichtiger Zwischenschritt gelungen“

Ende August hatte die Gewerkschaft den geplanten Streik Anfang September zurückgenommen. Zudem sicherte die Gewerkschaft zu, die tarifbeschäftigten Lehrer bis zum Ende der Koalitionsverhandlungen im Oktober oder November nicht zu weiteren Streiks aufzurufen. Grund für die plötzlichen Kurswechsel war die Zusage von Finanzsenator Matthias Kollatz-Ahnen (SPD), sich der GEW-Forderungen in den Koalitionsgesprächen anzunehmen.

Die Vorsitzende der GEW, Doreen Siebernik, rechtfertigte die Absage. „Uns ist ein wichtiger Zwischenschritt gelungen und es ist klar, dass wir nach den Wahlen weiter am Verhandlungstisch sitzen werden“, sagte sie. Wenn die Grundschullehrer wie vereinbart ab dem kommenden Schuljahr 500 Euro pro Monat mehr verdienen, sei das schon ein großer Erfolg.