Bessere Koordination

Digitaler Atlas soll Planung von Baustellen verbessern

Neuer Baustellenatlas und Online-Plattform „eStraße“ bringen Infrastrukturbetreiber, Bauherren und Gewerbe zusammen.

Baustelle am Roten Rathaus

Baustelle am Roten Rathaus

Foto: Joerg Krauthoefer

Ganz Berlin ist eine Baustelle. Diesen Eindruck haben Hauptstädter und Besucher oft. Nach Abschluss eines Tiefbauprojektes wird der Asphalt oft gleich wieder aufgerissen, weil eine weitere Sanierungsmaßnahme ansteht. Das soll nun besser werden. Mit einem neuen digitalen Baustellenatlas auf einer zentralen Internetplattform sollen Berliner Baumaßnahmen besser koordiniert werden.

Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) hat das onlinegestützte Werkzeug am Donners-tag eingeweiht. „Der Baustellenatlas kann dazu beitragen, Baumaßnahmen effektiver zu planen sowie Kosten zu sparen und kann damit ein besseres Baustellenmanagement ermöglichen“, sagte Gaebler. Zurzeit befindet sich der Atlas in Erprobung, er wird nach und nach erweitert. Voraussichtlich Mitte 2017 kann sich dann auch jeder Bürger online informieren.

Initiiert wurde der digitale Baustellenatlas unter anderem von den Berliner Wasserbetrieben (BWB), den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG), der NBB Netzgesellschaft Berlin-Brandenburg und Vattenfall, betrieben wird er vom Verein Infrest e.V. („Infrastruktur eStraße“). Melanie Bähr, stellvertretende Hauptgeschäftsführerin der Industrie- und Handelskammer Berlin, begrüßt den Schritt, wie sie am Donnerstag sagte. Ihr Blick ist vor allem auf Handel und Gewerbe gerichtet. Denn nicht nur der private Durchgangsverkehr werde durch unkoordinierte Baumaßnahmen gestört, sondern auch Gewerbe, Handel und Gastronomie. „Die Baumaßnahmen sollen für sie erträglich gestaltet werden.“

Der digitale Baustellenatlas ermöglicht das Dokumentieren von größeren geplanten Baumaßnahmen, er erleichtert die Kommunikation zwischen den Beteiligten und liefert Leitfäden für die Planung und das Stellen von Bauanträgen. Und er informiert Gewerbe, Interessengemeinschaften und Bürger.

Das Problem war bisher, dass Akteure teils nebeneinander planten und Infrastrukturfirmen erst spät von anderen Planungen erfuhren. Dazu trug bei, dass die Betreiber der Netze eigene digitale Karten nutzten, die untereinander nicht kompatibel sind. Jetzt wird die Kartenbasis zentralisiert. Der digitale Baustellenatlas soll auch zu einem frühzeitigen Planungsbeginn „erziehen“. Außerdem sieht das Konzept „Baustellenmoderatoren“ vor, die die Koordination unterstützen und zwischen Beteiligten vermitteln.