250 Unterschriften

Schüler machen sich mit Online-Petition für Direktor stark

Die Schüler des Oberstufenzentrums für Gestaltung Marcel Breuer in Weißensee kämpfen um ihren Schulleiter. Der soll nämlich gehen.

Eine Lehrerin schreibt in einer Klasse etwas an die Tafel

Eine Lehrerin schreibt in einer Klasse etwas an die Tafel

Foto: Fredrik von Erichsen / dpa

Die Schüler des Oberstufenzentrums für Gestaltung Marcel Breuer in Weißensee kämpfen um ihren Schulleiter. Am Mittwochabend haben die Schülervertreter eine Online-Petition gestartet mit dem Titel „Wir wollen unseren Schulleiter Holger Sonntag behalten“. Am Donnerstagnachmittag hatte die Petition schon mehr als 250 Unterschriften. Wie berichtet wurde dem Schulleiter des Oberstufenzentrums für Gestaltung am Dienstag überraschend von der Schulverwaltung mitgeteilt, dass er kurzfristig von seinem Amt abberufen werde. Am selben Tag war eine Protestaktion der Schüler und Lehrer gegen die von der Senatsverwaltung geplante Fusion mit dem Oberstufenzentrum für Bautechnik Martin Wagner am Standort in Weißensee geplant.

„Die Schüler stehen geschlossen hinter dem Schulleiter“, sagte der Gesamtschülersprecher Willy Schmidt der Berliner Morgenpost. In einem offenen Brief an die Senatorin Sandra Scheeres (SPD) schreiben die Schüler: „Fassungslosigkeit machte sich in der Schülerschaft breit, als sich die Nachricht wie ein Lauffeuer verbreitete.“ Die Versetzung mache 14 Jahre erfolgreiche Arbeit zunichte. Niemand habe die Schüler gefragt oder besucht, lautet der Vorwurf an die Verwaltung. Stattdessen würden sie seit Monaten immer wieder vor vollendete Tatsachen gestellt. Auch die Schulleiter der Sekundarschulen, die mit dem Oberstufenzentrum kooperieren, protestierten gegen die Versetzung.

Am Freitag wollen die Schüler um 12 Uhr vor dem Sitz der Senatsverwaltung gegen deren Personalentscheidung demonstrieren. Staatssekretär Mark ­Rackles (SPD) hat unterdessen am Mittwoch einen Brief an den Schulleiter öffentlich gemacht, in dem er die Abberufung damit begründet, dass Sonntag keine Bereitschaft erkennen ließ, die Fusion aktiv und konstruktiv zu gestalten. Beide Schulen bräuchten für diesen Prozess Klarheit und ein Mindestmaß an kons­truktiver Einbringung, heißt es in dem Brief.