Zukunft

Berlin sucht Forscher zwischen digitaler und realer Welt

Digitalinitiative: Berlin richtet zusätzliche Professuren für Nachwuchswissenschaftler ein. Die ersten 18 Stellen sind ausgeschrieben.

Berlin soll zum Mekka für junge Wissenschaftler werden, die mit ihrer Forschung an den Schnittstellen zwischen Computertechnologie und klassischen Fächern arbeiten. Universitäten, Hochschulen und außeruniversitäre Forschungsinstitute werden in den nächsten Monaten 50 neue Professuren zu digitalen Themen besetzen.

Die ersten 18 Stellen sind ausgeschrieben. Da sucht die Technische Universität unter anderem einen Experten für Netzwerke der Smart City und die Fragen des "Vertrauens für digitale Dienstleistungen", die Universität der Künste vergibt Posten für "digitale Erziehung" und die Verbindung von digitaler Technik und Textilien.

Die Einstellungsoffensive ist Ergebnis einer Digitalinitiative, die der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) und TU-Präsident Christian Thomsen vor anderthalb Jahren angestoßen hatten. Organisatorischer Rahmen für die erhofften Netzwerke ist das neue Einstein Center Digital Future, das die Einstein Stiftung zur Förderung exzellenter Wissenschaft ins Leben gerufen hat. Den Forschern soll mit dem Robert-Koch-Forum an der Dorotheenstraße in Mitte ein realer Treffpunkt und Arbeitsort zur Verfügung stehen. Berlin möchte damit dabei sein, wenn Zukunft gestaltet wird und neue Jobs entstehen.

Beteiligt sind unter anderem auch die Charité und das Berliner Institut für Gesundheitsforschung. Die Digitalisierung sei dabei, die Medizin zu revolutionieren, sagte Charité-Chef Karl Max Einhäupl. Auch 20 Unternehmen haben 12 Millionen Euro beigesteuert, 8,8 Millionen kommen von außeruniversitären Instituten, das Land trägt knapp die Hälfte des Budgets von 38,5 Millionen Euro für die nächsten sechs Jahre. Dass die meisten neuen Stellen nur für Juniorprofessoren mit dem relativ geringen Gehalt von rund 3600 Euro monatlich gedacht sind, sei kein Problem, hieß es bei der Präsentation am Montag. Die meisten Felder seien so frisch, dass Bewerber ohnehin gerade erst promoviert hätten. FU-Präsident Peter-André Alt sprach von "Hochrisiko-Themen".

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