Lollapalooza

Paul Kalkbrenner hat den Sound zum Mittanzen gefunden

Er war einer der Höhepunkte des ersten Tages bei Lollapalooza: Paul Kalkbrenner. Er reißt das Publikum mit - teilweise.

Paul Kalkbrenner legt am Abend auf.

Paul Kalkbrenner legt am Abend auf.

Foto: Britta Pedersen / dpa

Mit einem “Wahnsinn” auf den Lippen schaut er in die Menge. Der Mann ist ja eine Menschenmasse gewohnt, aber die ist schon beeindruckend. Die Sonne geht, Paul Kalkbrenner kommt. Seine Musik ist gut für Sonnenuntergänge, besser noch für Sonnenaufgänge. Also passt sie ganz gut für einen Abend im September.. Er tanzt mehr als üblich, geradezu ausgelassen, es sieht mehr nach Arbeit aus als bei manch anderen seiner Auftritte, nach 15 Minuten steckt er sich die erste Zigarette an, aus der Menge steigen Seifenblasen in die Höhe.

Er war mal angesagt. Wegen “Berlin Calling”. Den Drogenanspielungen. Den sonderbaren Titeln wie “Schnurbi” und "Altes Karmuffel”. Dann meinte Paul Kalkbrenner, dass er Techno für Menschen zwischen 8 und 88 machen wolle. Das ging natürlich nicht, so eine Anbiederung an die Massen. “Billigheimer-Bums-Techno” schrieb eine Zeitung fallbeilgleich. Mit seinem siebenten Album hat er in der Tat erstaunliches geschaffen, ist es noch gefälliger und eingängiger als die Vorgänger. Kalkbrenner geht immer.

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Paul Kalkbrenner hat, so wie er das bei dem Festival zeigt, dem Sound zum Mitsingen, Mittanzen und Mitklatschen gefunden. Er lacht in die Menge, der Bass bummert in kurzer Folge als stände der schlecht gelaunte Nachbar vor der Tür, und es folgt die Überleitung zu seinem Überhit “Sky and Sand” in einer irrwitzig kraftvollen Version. In diesem Augenblick hat er das Publikum für sich. Minuten später, als wieder unbekanntere Beats kommen, kümmert es sich wieder um sich. Paul Kalbrenner hat auch Musik zum Mitquatschen gefunden.