Staatsanwalt

Ermittlungen gegen Potsdams Wirtschaftsförderer

Der Chef der Potsdamer Wirtschaftsforderung steht im Visier der Staatsanwaltschaft. Sie ermittelt wegen des Verdachts der Vorteilsannahme im Amt.

Die Ermittlungen gegen den Chef der Wirtschaftsförderung in Potsdam, Stefan Frerichs, laufen schon seit einigen Monaten

Die Ermittlungen gegen den Chef der Wirtschaftsförderung in Potsdam, Stefan Frerichs, laufen schon seit einigen Monaten

Foto: Patrick Pleul / picture alliance / dpa

Potsdam.  Gegen den Chef der Potsdamer Wirtschaftsförderung, Stefan Frerichs, ermittelt die Schwerpunktstaatsanwaltschaft zur Bekämpfung der Korruptionskriminalität in Neuruppin. Dies bestätigte Oberstaatsanwalt Frank Winter am Freitag gegenüber der Berliner Morgenpost. „Wir gehen dem Verdacht der Vorteilsannahme im Zusammenhang mit Vergaben nach“, so Winter. Die Ermittlungen laufen bereits seit einigen Monaten.

Was Frerichs konkret vorgeworfen wird, gab die Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft nicht bekannt. Nach Informationen der Berliner Morgenpost soll der oberste Wirtschaftsförderer Potsdams angeblich ein Tourismusberatungs-unternehmen bei Vergaben bevorzugt haben, dem er selbst früher angehörte. 2002 hatte Frerichs die Leitung des Potsdamer Büros eines Tourismusberatungsunternehmens übernommen. Als Projektleiter steuerte und koordinierte er dort Untersuchungen mit dem Schwerpunkt in Potsdam und im Land.

Im November 2007 wurde der Geowissenschaftler Leiter der Wirtschaftsförderung der Stadt. Später laut gewordene Vorwürfe, er habe das frühere Unternehmen bevorzugt, hat er stets zurückgewiesen. Die Schwerpunkt-Staatsanwaltschaft sah jedoch einen Anfangsverdacht, dem sie nachgeht.

Anwalt weist Vorwürfe gegen den Mandanten zurück

Die Rechtsanwältin Grit Dietze von der Sozietät Kraft & Friederich erklärte am Freitag: „Die gegen meinen Mandanten erhobenen Vorwürfe und Unterstellungen sind haltlos und entbehren jeder Grundlage.“ Frerichs weise ein angebliches Fehlverhalten im Zusammenhang mit öffentlichen Vergaben zurück. Er werde alles dazu beitragen, die Ermittlungen zu unterstützen. Rathaussprecher Stefan Schulz sagte der Berliner Morgenpost: „Aufgrund einer anonymen Anzeige hat die Staatsanwaltschaft bei uns Akten angefordert, die eine Auftragsvergabe an ein Unternehmen betreffen. Die Unterlagen haben wir im Rahmen der Vorermittlungen herausgegeben.“ Er betonte: „Solange sich die Vorwürfe nicht bestätigt haben, gilt die Unschuldsvermutung.“ Wirtschaftsförderer Frerichs ist weiterhin ganz normal im Dienst.