Gesundheit

Berlin bekommt ein neues Herzzentrum

Universitätsklinikum Charité und DHZB schließen sich zusammen. Neubau für 200 Millionen Euro geplant.

Prof. Dr. Volkmar Falk ist Leiter des Deutschen Herzzentrums Berlin

Prof. Dr. Volkmar Falk ist Leiter des Deutschen Herzzentrums Berlin

Foto: Sergej Glanze / Glanze

In Berlin soll ein Universitäres Herzzentrum errichtet werden. Dort sollen alle herzmedizinischen Einrichtungen des Deutschen Herzzentrums Berlin (DHZB) und der Charité integriert und gebündelt werden. Für das Zentrum mit internationaler Strahlkraft ist nach Informationen der Berliner Morgenpost ein großer Neubaukomplex auf dem Gelände des Charité-Klinikums Rudolf Virchow im Wedding geplant. Mit dem mehr als 200 Millionen Euro teuren Bau, der auch die neue Rettungsstelle des Klinikums aufnehmen wird, soll 2018 begonnen werden. Vorgesehen sind zwei Bauabschnitte, der erste soll 2021 abgeschlossen sein. Auf dem Dach des ersten Neubaus ist ein Hubschrauberlandeplatz geplant.

Der Senat stimmt dem Vorhaben zu und will auf seiner Sitzung am kommenden Dienstag einen entsprechenden Bericht der Senatsverwaltungen für Wissenschaft und Gesundheit beschließen. Darin bekräftigt die Landesregierung ihre schon im jüngsten Krankenhausplan getroffene Festlegung, die herzchirurgische Versorgung im Land Berlin am DHZB zu konzentrieren. Weiter heißt es, Charité und Deutsches Herzzentrum strebten gemeinsam eine herausragende und internationale Spitzenstellung Berlins auf dem Gebiet der Herz-Kreislauf-Medizin an.

Bereits vor einem guten Jahr hatten Charité und Herzzentrum, die räumliche Nachbarn im Wedding sind, vereinbart, künftig enger zusammenzuarbeiten und ihre Expertise im Bereich der Herzmedizin zu bündeln. Die Leistungen der beiden Partner sollten sich ergänzen und Doppelstrukturen im Bereich der Kardiologie sowie in der Herzchirurgie abgebaut werden. Die im vergangenen Jahr abgeschlossene Kooperationsvereinbarung sah bereits vor, die Vollintegration genannte Fusion im Universitären Herzzentrum als Fernziel „zu prüfen“. Dass der Weg nun so schnell und konkret beschritten wird, werten Beobachter dennoch als Überraschung und Durchbruch zu einer Herzmedizin auf höchstem Niveau.

„National und international führende Stellung“

Ein Problem beim Zusammenschluss sind die unterschiedlichen rechtlichen Konstruktionen der beiden Partner. Während das Universitätsklinikum Charité eine Körperschaft des öffentlichen Rechts mit dem Land Berlin als Träger darstellt, ist das vor 30 Jahren gegründete Herzzentrum eine Stiftung bürgerlichen Rechts. Gründungsdirektor war Roland Hetzer, sein Nachfolger ist Volkmar Falk.

Das neue Konstrukt soll „ein leistungsstarkes Zentrum der Krankenversorgung, Forschung und Lehre“ sein. Ziel sei, eine „national und international führende Stellung weiter auszubauen“, erklärte die Charité anlässlich der im vergangenen Jahr geschlossenen Kooperationsvereinbarung. Wissenschaftssenatorin Sandra Scheeres (SPD), Aufsichtsratschefin der Charité, sagte damals: „Das Universitäre Herzzentrum wird die Erforschung neuer Methoden voranbringen.“ Es diene der bestmöglichen Behandlung der Patienten. „Beide Partner profitieren von diesem Zusammenschluss: Die Charité gewinnt einen exzellenten herzchirurgischen Bereich hinzu, und das Deutsche Herzzentrum wird Teil einer großen und universitären Medizin“, sagte Charité-Chef Karl Max Einhäupl der Berliner Morgenpost am Freitag.