Internationale Gartenausstellung

Erste Probefahrt der neuen Seilbahn auf dem IGA-Areal

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller gehört zu den ersten Fahrgästen – und ist beeindruckt vom Blick auf Marzahn.

Gondeln der Seilbahn schweben über die Baustelle der Internationalen Gartenausstellung

Gondeln der Seilbahn schweben über die Baustelle der Internationalen Gartenausstellung

Foto: Britta Pedersen / dpa

Pfeifend reibt sich der Wind an der Gondel. Die Räder rattern über den Stützpfeiler, die Kabine schwebt die letzten Meter hinauf auf den 102 Meter hohen Kienberg. Oben angekommen öffnet sich der Blick aus der Panorama-Kabine. Er fällt hinunter auf die Gärten der Welt und auf das Meer von Plattenbauten in Marzahn-Hellersdorf.

Die Seilbahn wurde anlässlich der Internationalen Gartenausstellung (IGA) gebaut, die 2017 in Marzahn stattfindet. Am Freitag ist sie das erste Mal offiziell gefahren. Mit an Bord waren unter anderem der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD), der Präsident der Südtiroler Baufirma, Michael Seeber, sowie die IGA-Geschäftsführer Christoph Schmidt und Katharina Lohmann. Durch die Seilbahn werden bis zu 3000 Besucher pro Stunde das Gelände der IGA von oben erleben.

Bei einem Zwischenstopp kann die Aussicht von einem Turm aus bewundert werden

Während eines Zwischenstopps auf dem Kienberg können sie auch auf einen Aussichtsturm steigen, der auf 130 Meter Höhe liegen wird. Von dort ragt allerdings im Moment erst ein Fahrstuhlschacht in den Himmel. Die Arbeiten für die IGA sind in vollem Gange: Aus der Gondel sieht man Bagger, die Erde vor sich herschieben, die Talstation am Blumberger Damm ist noch ein weißes Gerippe aus Stahlpfeilern. Sandhaufen türmen sich auf. Nur ein paar halb fertige, rautenförmige Beete entlang der Wege deuten darauf hin, dass auf dem 100 Hektar großen Gelände nächstes Jahr von April bis Oktober alles grünen und blühen soll.

Aus der Gondel gestiegen, ist Müller begeistert: „Ich bin beeindruckt, wie grün dieser Bezirk ist und wie bunt.“ Er ist sich sicher, die Seilbahn werde zum Anziehungspunkt für Besucher und Bewohner werden: „Der Bezirk wird ganz anders wahrgenommen werden.“ Die Leitner AG hatte die Bahn gebaut und wird sie in Zukunft betreiben. Die Tiroler Firma baut Seilbahnen von China über Neuseeland bis Lateinamerika. Präsident Michael Seeber war stolz, dass nun auch die Hauptstadt mit einer seiner Bahnen ausgestattet wurde.

Seilbahnen als innerstädtisches Verkehrsmittel

Christian Gaebler, Staatssekretär für Stadtentwicklung und Umwelt, lenkte den Blick in die Zukunft. Er wolle über Seilbahnen als innerstädtisches Verkehrsmittel nachdenken, nach dem Vorbild lateinamerikanischer Städte. Nichts Neues für Peter Diedering, ein Teil seiner Familie lebt in Kolumbien. „Ich habe verfolgt, wie Leitner in Kolumbien die Stadt Cali mit zwei Seilbahnen überzogen hat. Ich finde, auch die Berliner Bahn ist ein technisches Meisterwerk.“ Diedering wohnt seit 48 Jahren in Marzahn, heute im Neubaugebiet mit Blick auf die Gondeln: „Ich höre sie nur, wenn das Fenster geöffnet ist und der Wind günstig steht“, sagt der 68-Jährige. Doch er wisse auch, dass nicht alle Anwohner von der Aufwertung des Bezirks und dem Trubel um die IGA begeistert seien.