Nahverkehr

S-Bahn Berlin lädt zum Probesitzen in neuen Wagen ein

Sind Stufen oder Taster an der richtigen Stelle angebracht? Sind die Sitze bequem? Die S-Bahn Berlin lädt zum Test ihres neuen Prototyps ein.

Eine Simulationen der nächsten S-Bahn-Generation, die von einem Konsortium aus Siemens/Stadler gebaut wird

Eine Simulationen der nächsten S-Bahn-Generation, die von einem Konsortium aus Siemens/Stadler gebaut wird

Foto: Siemens AG / Stadler Pankow GmbH

Im Jahr 2021 geht in Berlin eine neue Generation von S-Bahn-Wagen an den Start. Interessierte Kunden können die Wagen jetzt schon testen und sich einen ersten Eindruck von Design und Ausstattung der künftigen Fahrzeuggeneration verschaffen. „Über ein Online-Bewerbungsverfahren gibt die S-Bahn Berlin unterschiedlicher Nutzergruppen die Gelegenheit, das neue Fahrzeug kennen zu lernen“, sagt S-Bahn-Sprecher Ingo Priegnitz.

Mehr Platz für Kinderwagen und Räder

Äußerlich unterscheiden sich die neuen Züge von den alten: Von vorne sehen sie aus wie fahrende iPads. Eine Simulation der Innenausstattung zeigt leuchtend blau gepolsterte Sitze, die in Zweier- und Vierergruppen angeordnet sind. Mehr Wagenabschnitte als bisher haben längst angeordnete Klappsitze, so dass mehr Platz für Kinderwagen, Rollstühle, Fahrräder, sperriges Gepäck und Tiere besteht. Insgesamt wirkt die Innenausstattung der Wagen luftiger und heller als man das von heutigen Fahrzeugen kennt.

Das Konsortium Stadler/Siemens und die S-Bahn Berlin haben das Fahrzeugkonzept entwickelt, nachdem die Länder Berlin und Brandenburg als Besteller die grundlegenden Funktionalitäten der neuen Waggons festgelegt hatten. Die S-Bahn Berlin GmbH hatte im vergangenen Jahr den Auftrag für insgesamt 382 Wagen erteilt.

Der Auftrag mit einem Volumen von 900 Millionen Euro ging dabei an das Konsortium von Siemens AG und Stadler Pankow GmbH. Die beiden Unternehmen hatten sich mit ihrem Angebot gegen den Konzern Bombardier durchgesetzt. Die neuen Züge sollen 30 Jahre lang im Einsatz sein. „Für den Test, den es in dieser Form so noch nie gab, hat Stadler das begehbare Modell eines Einzelwagens im Maßstab 1:1 hergestellt“, sagt Priegnitz.

Alltagstauglichkeit wird getestet

„Die neue S-Bahn soll die S-Bahn für alle werden“, sagt Peter Buchner, Vorsitzender der Geschäftsführung der S-Bahn Berlin: „Dabei sind die Bedürfnisse der unterschiedlichsten Nutzergruppen unter einen Hut zu bringen. Jetzt möchten wir wissen, wie gut uns das gelungen ist. Jeder Hinweis ist wichtig, auch wenn wir nicht alle Wünsche werden erfüllen können.“

Um die Alltagstauglichkeit des Innen- und Außendesigns besser bewerten zu können, sucht die S-Bahn Berlin Testpersonen jeglichen Alters. Auch Gelegenheitskunden und Nicht-S-Bahn-Fahrer können mitmachen. Ebenso sind Fahrradfahrer, Eltern mit Kinderwagen und Fahrgäste mit Hund willkommen, um die neuen Mehrzweckbereiche auszuprobieren.

Online-Bewerbungsverfahren gestartet

Um eine möglichst breites Nutzerecho zu erhalten, hat sich die S-Bahn für ein Online-Bewerbungsverfahren entschieden, das ab sofort bis zum ­19. September läuft. An sieben Terminen im Oktober haben die ausgewählten Teilnehmer die Gelegenheit, sich in jeweils rund zweistündigen Veranstaltungen auf dem Gelände der S-Bahn-Hauptwerkstatt Schöneweide mit dem neuen Fahrzeugkonzept vertraut zu machen.

Die Testpersonen halten ihre Eindrücke, Wünsche und Bewertungen in einem Fragebogen fest. „Die ausgewerteten Ergebnisse werden im weiteren Entwicklungsprozess der neuen S-Bahn für Berlin berücksichtigt“, verspricht Priegnitz. „Wir wollen herausfinden, ob etwas bedienunfreundlich ist oder nicht funktioniert.“

Tester können sich bis zum 19. September online bewerben: www.s-bahn-berlin.de