Tarifverhandlungen

Verdi organisiert Warnstreik beim Charité-Service

2800 Mitarbeiter sind am Mittwoch dazu aufgerufen, ihre Arbeit niederzulegen. Die Beschäftigten in den fordern mehr Geld.

Das Bettenhaus der Charité

Das Bettenhaus der Charité

Foto: Jörg Krauthöfer

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat für Mittwoch zum Warnstreik bei der Charité-Servicetochter CFM aufgerufen. Hauptziele seien Lohnerhöhungen und ein Tarifvertrag, sagte Gewerkschaftssekretär Kalle Kunkel Ende August. Am Freitag stehe die dritte Verhandlungsrunde mit der CFM an. Nach den beiden vorherigen Treffen sei kein Angebot für einen Tarifvertrag vorgelegt worden, ergänzte Kunkel.

Die CFM halte einen Warnstreik zu diesem Zeitpunkt für völlig unangemessen, sagte Unternehmenssprecherin Silvia Axt Ende August. Verdi sei zur Verhandlungsrunde am 9. September ein Angebot zugesichert worden. Das Unternehmen orientiere sich bei Löhnen und Arbeitsbedingungen an Industrietarifverträgen vergleichbarer Branchen oder am jeweils branchenüblichen Niveau. Darüber hinaus gehende Forderungen gefährdeten die Wettbewerbsfähigkeit der Charité. Das Unternehmen bleibe aber verhandlungsbereit. Die Patientenversorgung bleibe trotz des Warnstreiks bei der CFM sichergestellt, sagte Axt.

Die CFM organisiert für die Charité unter anderem die Reinigung, den Kranken- und Medizintransport, die Küchen sowie alle technischen Dienstleistungen und stellt das Sicherheitspersonal. Die Tochter gehört zu 51 Prozent der Charité und zu 49 Prozent mehreren Serviceunternehmen.

Von derzeitigen Stundenlöhnen zwischen 9 und 10 Euro könnten viele Sicherheits- und Reinigungskräfte ohne Aufstockung durch die Jobcenter nicht leben, sagte Kunkel. Die CFM hat insgesamt 2800 Mitarbeiter. 600 seien von der Charité ausgeliehen und würden über ihren Tarifvertrag zu 30 bis 40 Prozent besser bezahlt als die übrigen 2200 Beschäftigten. Für sie gebe es seit 2011 allein eine Eckpunkte-Vereinbarung, aber keinen Tarifvertrag.