Berlin

Spur der Juwelierräuber führt zur S-Bahn

Zum Überfall auf ein Juweliergeschäft sind weitere Details bekannt. Die Ermittler werten Aufnahmen von Überwachungskameras aus.

Überfall auf Bucherer am Kurfürstendamm

Überfall auf Bucherer am Kurfürstendamm

Foto: Reto Klar

Nach dem dreisten Überfall auf ein Juweliergeschäft am Kurfürstendamm am Sonnabend arbeitet die Kriminalpolizei mit Hochdruck an der Auswertung der umfangreichen Spuren, die am Tatort gesichert werden konnten. Am Sonntag nannte die Polizei weitere Details zu dem Raub in dem Geschäft an der Ecke Bleibtreustraße. Demnach hatte zunächst nur einer der Täter das Geschäft gegen 11.10 Uhr betreten. Der vermeintliche Kunde ließ sich mehrere Uhren zeigen. Dann wurde das alltäglich erscheinende Verkaufsgespräch blitzartig zu einer dramatischen Situation für Angestellte und Kunden.

Plötzlich stand nämlich ein zweiter Räuber im Juweliergeschäft und nahm eine Axt aus einer Tüte. Der als Kunde auftretende Räuber zog eine Schusswaffe aus seiner Kleidung. Wie die Polizei weiter mitteilte, forderten die Räuber alle Anwesenden auf, sich auf den Boden zu legen. Ein Angestellter musste ihnen das Schaufenster öffnen. Daraus rafften sie anschließend hochwertige Uhren und Schmuckstücke zusammen. Bei den Uhren soll es sich vornehmlich um sehr teure Exemplare der Marke Rolex handeln.

Polizei setzte Spürhunde ein

Ein Sicherheitsmitarbeiter des Geschäftes erlitt eine Schnittverletzung, weil einer der Räuber ihm die Axt mit scharfer Klinge in den Nacken gedrückt hatte. Eine Verkäuferin hat zudem einen Schock davongetragen. Mit ihrer Beute rannten die Räuber in Richtung Bleibtreustraße. Von dort wollten sie mit einem bereitstehenden türkisfarbenen Kleinwagen Renault Twingo flüchten. Das Auto sprang jedoch nicht an, die Räuber setzten ihre Flucht zu Fuß fort.

Während der Großfahndung setzte die Polizei auch Spürhunde ein. Die Tiere nahmen an dem Fahrzeug die Witterung der Räuber auf und erschnüffelten deren weiteren Weg. Die Spur führte von der Bleibtreu- in die Mommsenstraße und dann durch die Knesebeckstraße Richtung S-Bahnhof Savignyplatz. Dort verloren die Hunde die Witterung.

Möglicherweise sind die Täter in einer S-Bahn entkommen. Die Ermittler des Landeskriminalamtes werten die Aufnahmen aus Überwachungskameras in dem fraglichen Zeitraum aus. Sie hoffen, dass es Filmaufnahmen von den Räubern gibt, mit denen öffentlich nach ihnen gefahndet werden kann. Auch das stehengelassene Fluchtfahrzeug stellt für die Fahnder einen wertvollen Ermittlungsansatz da. In dem Auto wurden umfangreiche Spuren gesichert, die nun in akribischer Kleinarbeit ausgewertet werden müssen. Möglicherweise haben die Räuber in dem Wagen DNA-Spuren hinterlassen. Darüber könnte die Kripo auf die Spur der Männer kommen und herausfinden, ob sie für weitere Überfälle verantwortlich sind.