Tiere

Dackel Bonny ist endlich wieder zu Hause

Happy End im Drama um einen kleinen Hund: Bonny ist seit dem Wochenende wieder am Schwielowsee auf der Pirsch.

Jutta Kühl mit ihrem Dackel Bonny im Garten. Den Dackel aus Ferch in Brandenburg hatte es nach Bayern verschlagen, er konnte erst nach juristischem Tauziehen in seine Heimat zurückkehren

Jutta Kühl mit ihrem Dackel Bonny im Garten. Den Dackel aus Ferch in Brandenburg hatte es nach Bayern verschlagen, er konnte erst nach juristischem Tauziehen in seine Heimat zurückkehren

Foto: Bernd Settnik / dpa

Ferch.  Das Drama um den vermissten Dackel „Bonny“ ist glücklich zu Ende gegangen. Nach langem Rechtsstreit ist Dackeldame „Bonny“ wieder zu Hause in Brandenburg. Die erste Nacht in Ferch verlief ruhig. „Gleich nach der Ankunft hat sie herumgeschnuppert und ihr altes Zuhause in Besitz genommen“, freute sich Hundebesitzerin Jutta Kühl. Die Hundedame suchte die Nähe zum Frauchen und folgte ihr auf dem Fuß. „Sie wollte immer gekrault werden“, sagte Kühl gerührt.

Die Dackeldame streifte dann ruhig und fast lässig durch die Räume, legte sich ins alte Körbchen und zauste den einstigen Spielgefährten „Teddy“. Das ausgefranste Stofftier habe sie schon als Welpe geliebt, erinnerte sich die Rentnerin. Jutta Kühl hatte es in der Hoffnung auf die Rückkehr immer aufgehoben. Es wäre kaum ein Tag vergangenen, an dem sie und ihr Mann nicht an „Bonny“ gedacht hätten. „Es ist, als ob sie ein Kind verlieren. Es sollte doch unser letzter Hund sein“, so Jutta Kühl.

Ein erster Spaziergang durch die Siedlung

Am Sonntagvormittag haben die Hundebesitzerin und „Bonny“ nach vier langen Jahren des Getrenntseins ihre erste Runde durch die Siedlung in der Nähe des Schielowsees gemacht. Nicht ohne vielen Nachbarn vom glücklichen Ausgang zu berichten. „Alle hatten ja Anteil genommen, als wir Bonny 2012 wochenlang suchten. Jetzt mussten wir beim Spazierengehen überall anhalten und erzählen“, freute sich Jutta Kühl am Sonntag.

Hundedame „Bonny“ habe sich bei der Übergabe sofort in ihre Arme gekuschelt. „Sie hat mich erkannt“, so Jutta Kühl erleichtert, aber auch noch ein wenig mitgenommen, nachdem sie das Tier erst einen Tag zuvor aus München mit dem Auto abgeholt hatte. Begleitet von Enkel Florian und seiner Freundin Michelle. Und obwohl sie ihren Hund auch so auf Anhieb wiedererkannt habe, hätten sie mit einem beim Tierarzt ausgeliehenen Scanner doch noch die Chipnummer geprüft. „Das hätten wir nicht gebraucht, aber besser ist besser“, so Jutta Kühl. Das aufbewahrte alte Halsband hatte Kühl ihr gleich nach der Übergabe angelegt.

Welpe „Bonny“ war Geschenk für ihren Mann zum 70.

Die Brandenburgerin hatte „Bonny“ ihrem Mann Manfred zum 70. Geburtstag geschenkt. Der pensionierter Förster, heute 74 Jahre alt, wartete zu Hause auf die Rückkehr seiner Frau mit „Bonny“ aus München. Aus gesundheitlichen Gründen konnte er bei der Abholung nicht dabei sein. Als neun Monate alter Welpe war „Bonny“, dessen Züchter-Name „Bonny von Beelitz“ lautet, dem passionierten Jäger im April 2012 entwischt. Erst vor zwei Jahren war bekannt geworden, dass der entlaufene Rauhaardackel inwischen in Bayern lebte. Ein Paar hatte den damals entlaufenen Welpen gefunden, behalten und fortan „Lulu“ genannt. Das Münchener Paar hatte den Beelitzer Züchter des Hundes 2014 über dessen Verbleib informiert, und der hatte Familie Kühl benachrichtigt. Bei Rassehunden wie „Bonny“ ist deren Herkunft anhand eines Chips nachvollziehbar. Die alten Besitzer wollten ihr Tier zurück, mussten das aber vor Gericht erst erstreiten. Das dauerte.

Das Potsdamer Landgericht entschied schließlich Mitte August diesen Jahres, dass der Dackel wieder an die rechtmäßigen Halter herausgegeben werden muss. „Es ist schlimm“, sagte Jan T., der mit seiner Frau Anne den kleinen Dackel damals nach München mitgenommen hatte. „Es war eine sehr emotionale Angelegenheit“, meinte seine Frau. Die Übergabe sei sehr kühl gewesen. Alte und neue Besitzer hätten kaum ein Wort gewechselt. „Es war wie ein Sorgerechtsstreit. Nur dass der Hund nichts sagen konnte.“

Übergabe lief wie in einem Krimi

Treffpunkt des Austauschs war eine Tankstelle nahe des Flughafens in München. Wie in einem Krimi sei die Übergabe abgelaufen, berichtete Jutta Kühl. Sie musste dem Paar aus Bayern 3271,16 Euro geben. „Ich habe aber trotzdem erst den Hund genommen und dann das Geld übergeben“, berichtete die 70-Jährige Brandenburgerin.

Sie ist froh, dass das Kapitel beendet ist. Für die Dackeldame beginnt der Alltag. Eigentlich sollte „Bonny“ als Jagd-Gebrauchshund ausgebildet werden. Manfred Kühl hatte dem Welpen schon beigebracht, Fährten zu lesen. Die Prüfung dazu könne „Bonny“ jetzt nicht mehr machen, weil sie zu alt sei. „Aber wir werden sie in Übungen einbeziehen“, freute sich Jutta Kühl über das wiedergewonnene Glück.