Flüchtlinge

Kritik an Standorten für Flüchtlingsheime

| Lesedauer: 2 Minuten
Andreas Abel
Brandstiftung: Im vergangenen Sommer wurde in Nauen eine Turnhalle angezündet, in der Flüchtlinge untergebracht werden sollten

Brandstiftung: Im vergangenen Sommer wurde in Nauen eine Turnhalle angezündet, in der Flüchtlinge untergebracht werden sollten

Foto: Nestor Bachmann / dpa

Alle genehmigten Areale für neue Unterkünfte in Berlin liegen in den östlichen Bezirken Pankow und Marzahn-Hellersdorf

Zwei neue Flüchtlingsunterkünfte in Marzahn sind im Rohbau fertiggestellt. Zum Richtfest auf den Grundstücken Wittenberger Straße 16–18 und Martha-Arendsee-Straße 17/Märkische Allee kam auch Senatsbaudirektorin Regula Lüscher. Die Gemeinschaftsunterkünfte werden in modularer Bauweise errichtet, daher beträgt die Zeit bis zur Festigstellung der mehrstöckigen Betongebäude nur etwa acht Monate. Ende des Jahres sollen die beiden Einrichtungen bezugsfertig sein und jeweils Platz für 450 Asylbewerber bieten, die bislang noch in Notunterkünften untergebracht sind. Die Gesamtbaukosten betragen rund 35,4 Millionen Euro. Insgesamt lässt Berlin derzeit zehn derartige Gemeinschaftsunterkünfte unter der Regie der Stadtentwicklungsverwaltung errichten, für die es einen einheitlichen Gebäudetyp gibt, dessen Herstellung seriell erfolgt.

Zu diesen zehn Unterkünften, die in modularer Bauweise errichtet werden, sollen mindestens 29 weitere kommen. Zwölf werden von landeseigenen Wohnungsunternehmen errichtet, 17 von der „Berliner Gesellschaft zur Errichtung von Flüchtlingsunterkünften“ (Befu), einer eigens zu diesem Zweck im März dieses Jahres gegründeten Landesgesellschaft.

39 Areale für modulare Unterkünfte vereinbart

Die Befu gehört zu 51 Prozent dem Land Berlin und zu 49 Prozent der ebenfalls landeseigenen Immobilienfirma Berlinovo. Im Unterschied zu den zehn Gemeinschaftsunterkünften unter Regie der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung sollen diese vorwiegend aus einzelnen Appartements bestehen.

Im Senat vereinbart waren eigentlich 60 Modularbauten für Flüchtlinge, bislang sind aber erst 39 Standorte im Konsens mit den Bezirken ausgewählt.

Kritik wurde in Koalitionskreisen von SPD und CDU an der Standortauswahl für die zehn modularen Gemeinschaftsunterkünfte geübt. Von fünf Grundstücken, die zur Bebauung freigegeben sind, liegen vier in Marzahn-Hellersdorf und eins in Buch (Pankow). Das sei „ostlastig“. Bei fünf weiteren Standorten heißt es, sie seien „in Bearbeitung“. Zwei liegen in Neukölln, davon einer in Britz, je einer in Buch, Neu-Hohenschönhausen (Lichtenberg) und Lankwitz (Steglitz-Zehlendorf). Die Modularbauten haben eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten und sollen nicht nur Flüchtlingen, sondern später auch anderen Berlinern offenstehen.