Straßennamen

CDU-Politiker will Karl-Marx-Straßen abschaffen

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CDU-Wirtschaftsrat will Straßen in Ostdeutschland umbenennen lassen

CDU-Wirtschaftsrat will Straßen in Ostdeutschland umbenennen lassen

Foto: picture-alliance/ ZB / dpa-Zentralbild

500-mal ist Karl Marx auf Straßenschildern in Ostdeutschland verewigt. Ein CDU-Mann will damit Schluss machen.

Der mit Abstand beliebteste Straßenname in Ostdeutschland ist: Karl-Marx-Straße. Ganze 550 Mal ist der einflussreichster Theoretiker des Kommunismus Namensgeber für Straßen und Plätze. Allein in Berlin sind eine Straße, eine Allee, ein Platz, eine Schule und eine Buchhandlung nach Karl Marx benannt. Der Generalsekretär des CDU-Wirtschaftsrats Wolfgang Steiger fordert nun, dass all die Straßen und Orte umbenannt werden, nicht nur in Berlin, sondern in ganz Ostdeutschland.

"Mehr als ein Vierteljahrhundert nach dem politischen und wirtschaftlichen Bankrott der DDR wird es Zeit, sich von den Ersatzheiligen des Kommunismus im Straßenbild in den neuen Ländern zu trennen“, sagt Steiger gegenüber der "Bild"-Zeitung.

Willy Brandt und Ludwig Erhard zu selten vertreten

Nicht nur die Karl-Marx-Straßen sind dem CDU-Politiker ein Dorn im Auge, auch jene, die nach Friedrich Engels und Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht benannt sind.

"Mir fehlt das Verständnis, dass in manchen Orten heute noch Hauptstraßen nach ihnen benannt sind. Nachdem mit der Deutschen Einheit neben der Freiheit auch das deutsche Erfolgsmodell Soziale Marktwirtschaft für blühende Landschaften gesorgt hat, müssten diese Straßen reihenweise nach Ludwig Erhard benannt werden“, so Steiger. Laut Steiger seien Willy Brandt und Ludwig Erhard zu selten vertreten.

In Leipzig ist man nicht begeistert von Steigers Vorschlag. Dr. Ruth Schmidt, Leiterin des Amtes für Statistik und Wahlen, gibt in dem Bericht zu bedenken, dass man sich nur bei Bedarf, beispielsweise bei neuen biografischen Erkenntnissen, mit bestehenden Straßennamen beschäftige.

Dr. Jürgen Reiche, Direktor des Zeitgeschichtlichen Forums in Leipzig hält es für falsch, diese Namen tot zu schweigen. Reiche wünscht sich an gleicher Stelle eine gezielte Auseinandersetzung, räumt jedoch ein, dass die Namen "nicht wahllos an jedem Dorfanger hängen" sollten.