Berlin

33 Millionen Euro im Jahr 2017 für marode Brücken

ADAC kritisiert: Sanierung ist halbherzige Schadensbegrenzung

Die Brücken der Hauptstadt sind aus Sicht des Senats größtenteils in einem guten Gesamtzustand. „Brückenbauwerke gelten als die sichersten Bauwerke, weil sie regelmäßig überprüft werden“, sagte am Dienstag Andreas Geisel (SPD). Wie der Stadtentwicklungssenator mitteilte, liege die Zustandsnote bei durchschnittlich 2,3 für alle Berliner Brücken (Noten von 1 bis 6). Von den insgesamt 1085 Brücken in Berlin wird in diesem Jahr an 19 Bauwerken gearbeitet. Aus Sicht des ADAC ist diese Sanierung aber nur „Schadensbegrenzung“. Ein Sprecher warnte gestern, dass manche Brücken aufgrund ihres schlechten Zustands kurzfristig gesperrt werden könnten. Man könne nur hoffen, dass die Rudolf-Wissell-Brücke der A100 auch wirklich bis zur Beendigung der Bauarbeiten im Jahr 2022 durchhalte.

Im kommenden Jahr soll an 23 Brücken gebaut werden, darunter Brücken der Autobahnen A111 und A115. Für Autofahrer bedeutet das: Fahrbahnsperrungen und Geschwindigkeitsbegrenzungen. Als Landesmittel stehen für die Brückensanierung in diesem Jahr 30,7 Millionen Euro zur Verfügung, im kommenden Jahr 32 bis 33 Millionen Euro.

Dass manche Arbeiten bis zu vier Jahre dauern, führte Geisel auf Personalmangel zurück und darauf, dass der Verkehrsfluss nicht zu stark beeinträchtigt werden dürfe. Teils müssten auch neue Verkehrskonzepte erarbeitet werden.

Die Zahl der Mitarbeiter im Tiefbau seien deutlich zurückgegangen – von 600 vor mehreren Jahren auf mittlerweile 250, betonte Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler (SPD). Im Bereich Brückenbau habe der Senat unterdessen zusätzlich acht Mitarbeiter fest und drei Mitarbeiter für Projekte befristet eingestellt. Da es zudem sehr schwer sei, Brückenbauingenieure zu bekommen, habe man für die Qualifizierung von zehn Mitarbeitern Stellen für ein Duales Studium geschaffen.

Laut Senatsverwaltung ginge es zwar schneller, die betroffenen Brücken abzureißen und neu aufzubauen. Dies würde aber auch ein Verkehrschaos mit sich bringen, sagte Geisel. An den Brücken, die in diesem und kommendem Jahr saniert werden, gebe es keine akuten Sicherheitsmängel, aber Untersuchungen hätten gezeigt, dass „jetzt etwas passieren muss“.