Illegales Autorennen

Tauentzien: So soll das tödliche Rennen abgelaufen sein

Im Februar endete ein illegales Autorennen für einen Unbeteiligten tödlich. Nun erklärt ein Bericht, was vor dem Crash passierte.

Mit einer Geschwindigkeit von 170 km/h soll Hamdi H. bei der Einmündung Nürnberger Straße frontal in die Seite des  Jeep von Michael W. gerast sein

Mit einer Geschwindigkeit von 170 km/h soll Hamdi H. bei der Einmündung Nürnberger Straße frontal in die Seite des Jeep von Michael W. gerast sein

Foto: Foto: ABIX / ABIX

Hamdi H. und Marvin N. sitzen seit März in Moabit in Untersuchungshaft. Die Staatsanwaltschaft hat beide wegen Mordes angeklagt. Sie sollen während eines illegalen Autorennens im Februar dieses Jahr den 69-jährigen Michael W. zu Tode gefahren haben. Beide haben sich bisher nicht zu der Tat geäußert.

Die "BZ" veröffentlicht in ihrer Mittwochausgabe Details aus der Anklageschrift. Der 27-jährige Hamdi H. und der 24-jährige Marvin N. hätten sich demnach in der Shisha-Bar „Diamonds“ auf dem Kurfürstendamm kennengelernt. Gegen Mitternacht hätten sie laut "BZ" das Lokal verlassen und sich wenig später an der Ampel am Adenauer Platz getroffen: Hamdi H. in einem Audi, Marvin N. in einem Mercedes. Hier sei das Rennen gestartet. An den ersten beiden roten Ampeln soll Marvin N. noch stehen geblieben sein, bis er im Anschluss die Verfolgung auf Hamdi H. aufgenommen habe. An der Gedächtniskirche sollen beide Fahrer auf 130 km/h beschleunigt haben. Insgesamt elf Ampeln haben sie dem Bericht zufolge überfahren.

Polizei kontrolliert Raser am Kudamm
Polizei kontrolliert Raser am Kudamm
Video: BM Video

Prozess soll im September beginnen

Mit einer Geschwindigkeit von 170 km/h soll Hamdi H. bei der Einmündung Nürnberger Straße frontal in die Seite des Jeep von Michael W. gerast sein. Der Geländewagen des Rentners sei 70 Meter weit geschleudert worden. Der zweite Sportwagen-Fahrer konnte ausweichen und wurde auf den Gehweg in der Mitte des Boulevards geschleudert. Die beiden Sportwagenfahrer und eine Beifahrerin wurden verletzt. W. verstarb noch an der Unfallstelle. Der Prozess soll im September beginnen.

Bundesweit kommt es bei illegalen Autorennen immer wieder zu schweren Unfällen. 2015 starben allein in Köln drei Menschen – zwei Radfahrer und ein Taxi-Gast. In Berlin ist der 69-Jährige das erste Todesopfer eines illegalen Autorennens in den vergangenen Jahren. Inzwischen liegt eine Gesetzesinitiative vor, um Strafen für Teilnehmer illegaler Rennen zu verschärfen.