Verschleierung

Nahost-Historikerin: Kein Niqab in deutschen Schulen

Laut Ulrike Freitag habe das Tragen eines Gesichtschleiers in Schulen, Ämtern und vor Gericht nichts verloren. Sie ist für ein Verbot.

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Die Nahost-Historikerin Ulrike Freitag findet es richtig, muslimischen Schülerinnen in Deutschland das Tragen eines Gesichtsschleiers zu verbieten. „In Schulen, Ämtern und vor Gericht hat er nichts verloren“, sagte die Direktorin des Zentrums Moderner Orient (ZMO) in Berlin am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur. Wenn eine Schülerin den Niqab vor männlichen Mitschülern und Lehrern nicht ablegen wolle, bleibe ihr immer noch die Möglichkeit, auf eine Mädchenschule zu wechseln.

Wer sich ein Leben ohne Burka oder Niqab nicht vorstellen könne, sollte ihrer Ansicht nach auch darüber nachdenken, sich vielleicht einen anderen Wohnort zu suchen. „Wenn man sich so stark abgrenzen muss, dann kann man sich in der Tat überlegen, ob man nicht irgendwo hingehen soll, wo das kulturell üblich ist“, sagte Freitag. Bei Aufenthalten im Jemen und in Saudi-Arabien habe sie die Erfahrung gemacht, dass es in der Kommunikation einen großen Unterschied mache, ob das Gegenüber sein Gesicht hinter einem Schleier verbirgt.

Dass der Niqab in der arabischen Welt heute viel stärker verbreitet ist als noch vor 50 Jahren, führt die Wissenschaftlerin unter anderem auf das „allgemeine kulturelle Vorbild der Golfstaaten“ zurück. Länder wie Saudi-Arabien, wo der Gesichtsschleier traditionell getragen werde, hätten aufgrund ihres Wohlstandes zuletzt enorm an Einfluss gewonnen.

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