Hamsterkäufe

Berliner müssen selbst vorsorgen - Senatsreserve lange weg

Der Berliner muss für Krisenzeiten selbst vorsorgen. Die einst riesige Senatsreserve gibt es schon seit mehr als 25 Jahren nicht mehr.

Nichts mehr da: In Krisenfällen müssen die Berliner selbst vorsorgen

Nichts mehr da: In Krisenfällen müssen die Berliner selbst vorsorgen

Foto: dpa

Der Berliner muss in der Tat für Krisenzeiten selbst vorsorgen. Wenn er das neue Konzept zur Zivilverteidigung der Bundesregierung umsetzen will, kann er sich nicht auf den Berliner Senat verlassen. Denn die einst riesige Senatsreserve gibt es schon seit mehr als 25 Jahren nicht mehr. Sie war als Lehre aus der Berlin-Blockade der Sowjets 1948/1949 unmittelbar danach angelegt worden. „Sie wurde nach dem Mauerfall am Ende des Kalten Kriegs 1989/1990 aufgelöst“, sagte am Montag ein Sprecher der Berliner Wirtschaftsverwaltung.

Die einst gehorteten Vorräte im Wert von 2 Milliarden DM waren immens: Dazu gehörten 189 000 Tonnen Getreide, 44 000 Tonnen Fleisch und laut einem Medienbericht 2,5 Millionen Tonnen Brennstoff. Doch auch je 10 000 Kinderwagen und Baby-Badewannen hatte der fürsorgliche Senat eingelagert. Auch 380 000 Tonnen Material für Gummi-Schuhsohlen und Absätze sowie 291 000 Schuhe für Kinder und Jugendliche gehörten dazu. Diese Vorräte wurden von der Bundesregierung kostenlos als humanitäre Hilfe an die damalige Sowjetunion und dann an Russland gegeben, so der Sprecher.

Am Wochenende war bekanntgeworden, dass die Bundesregierung in einer Überarbeitung des Konzepts zum Vorgehen in Katastrophenfällen von 1995 den Bürgern rät, sie sollten privat vorsorgen. In dem 70-seitigen Papier, das der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, werden die Bürger unter anderem aufgerufen, „einen individuellen Vorrat an Lebensmitteln für einen Zeitraum von zehn Tagen“ anzulegen.