Kriminalität in Berlin

Bürgeramt Wedding ist nach Einbrüchen wieder geöffnet

Täter erbeuteten in Wedding mehr als 100 Ausweisdokumente. Der Bezirk plant zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen.

In das Bürgeramt an der Osloer Straße in Wedding ist in kurzer Zeit mehrmals eingebrochen worden. Nach Angaben der Polizei wurden dort zahlreiche Dokumente gestohlen.

In das Bürgeramt an der Osloer Straße in Wedding ist in kurzer Zeit mehrmals eingebrochen worden. Nach Angaben der Polizei wurden dort zahlreiche Dokumente gestohlen.

Foto: Steffen Pletl

Nach dem Diebstahl zahlreicher Ausweispapiere im Bürgeramt Wedding soll das Gebäude in der Osloer Straße künftig besser gesichert werden. An diesem Freitag findet dazu ein Sicherheitsgespräch zwischen Bezirksamt, Vermieter und der Kriminalpolizei statt. „Dabei wird geklärt, welche zusätzlichen Sicherheitsmaßnahmen getroffen werden“, sagte Mittes Amtsleiter für Bürgerdienste, Rainer Rinner, am Dienstag.

Bei zwei Einbrüchen am 4. und 6. August waren mehr als 100 Ausweispapiere aus den Räumen des Bürgeramts gestohlen worden, darunter 47 Kinderreisepässe, 34 vorläufige Personalausweise und 39 Parkvignetten für Anwohner. Die Ermittlungen der Polizei dauern an, nach derzeitigem Stand gehen die Ermittler davon aus, dass beide Einbrüche in einem Zusammenhang stehen. Die Täter drangen jeweils durch Fenster in das Bürogebäude ein.

Mehr als 5000 Ausweisdokumente und Dienstsiegel erbeutet

Das Bürgeramt Wedding war in der vergangenen Woche geschlossen worden, um den entstandenen Sachschaden zu beseitigen. Seit dieser Woche läuft nach Angaben Rinners der reguläre Betrieb wieder. Es seien bereits zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen getroffen worden, um einen erneuten Einbruch zu verhindern, so der zuständige Stadtrat.

In den vergangenen Jahren gab es immer wieder Einbruchsserien in Bürgerämtern. Bei der größten davon vor sieben Jahren erbeuteten die Täter mehr als 5000 Ausweisdokumente und Dienstsiegel. Sie waren innerhalb von wenigen Tagen unter anderem in die Ausländerbehörde in Moabit und die Bürgerämter in Reinickendorf und Prenzlauer Berg eingebrochen.

Zuletzt hatten Täter vor drei Jahren im Bürgeramt Halemweg in Charlottenburg-Wilmersdorf Pässe und Dienstsiegel gestohlen. Ein weiterer Versuch wenige Tage später scheiterte an schärferen Sicherheitsvorkehrungen, die der Bezirk in dem Gebäude getroffen hatte.

Die Aufklärungsquote von Einbrüchen ist gering

Um derartige Einbruchsserien besser aufklären oder vermeiden zu können, testet die Polizei derzeit eine spezielle Software. Mit dem in Eigenregie programmierten Analyseinstrument sollen die Prognosen über Einbruchsschwerpunkte und mögliche künftige Einbrüche verbessert werden. So sollen vor allem Tatmuster von Intensivtätern erkannt werden, die für einen Großteil der Einbrüche verantwortlich sind.

Die Software wird derzeit in zwei Direktionen getestet und soll ab dem Herbst flächendeckend zum Einsatz kommen. Die bislang gesammelten Erfahrungen seien positiv, sagte Polizeipräsident Klaus Kandt.

In diesem Jahr verzeichnete die Polizei bereits mehr als 10.000 Einbrüche in Wohnungen, Keller oder Büros. Die Aufklärungsquote ist gering. Nur etwa jeder 20. Einbruch wird aufgeklärt, drei Viertel davon durch Nachbarn, die auf die Täter aufmerksam werden und die Polizei alarmieren.