Statistik

Für 27.000 Berliner Kinder zahlt der Staat Unterhalt

Den Jugendämtern gelingt es aber nur im Schnitt von rund 17 Prozent der säumigen Eltern den Vorschuss zurückzufordern.

Mehr als 27.000 Kinder in Berlin erhalten Unterhalt vom Staat

Mehr als 27.000 Kinder in Berlin erhalten Unterhalt vom Staat

Foto: dpa Picture-Alliance / Jan-Philipp Strobel / picture alliance / dpa

In Berlin bekommen rund 27.300 Kinder Unterhalt vom Staat statt vom eigentlich zuständigen Elternteil. Den Jugendämtern gelingt es im Schnitt nur von rund 17 Prozent der säumigen Eltern den Vorschuss zurückzufordern. Das geht aus einer Antwort der Senatsverwaltung für Jugend auf eine Kleine Anfrage von Marianne Burkert-Eulitz (Grüne) hervor. Burkert-Eulitz wollte unter anderem wissen, wie hoch der Anteil an Alleinerziehenden, die Unterhaltsvorschuss für ihre Kinder bekommen, ist und was die Hauptgründe sind, dass Eltern ihrer Unterhaltspflicht nicht nachkommen.

Gründe sind vielfältig

Die Gründe, warum Alleinerziehende auf das Geld vom Staat angewiesen sind, sind unterschiedlich. Laut Verwaltung sind die Unterhaltspflichtigen zum Teil arbeitslos oder verdienen sehr wenig Geld, andere verschleiern ihr wahres Einkommen oder sie ziehen ins Ausland und geben ihre neue Adresse nicht an. Zunehmend müssten aber auch minderjährige Mütter Geld vom Jugendamt beantragen, weil die ebenfalls minderjährigen Väter noch nichts verdienen.

Die Senatsverwaltung für Jugend gibt zu bedenken, dass die langwierige Ermittlung der Einkommensverhältnisse die Durchsetzung von Unterhaltsansprüchen verzögere. Mit einer Rückholquote von 31 Prozent ist Pankow der Bezirk, der das meiste Geld wieder eintreibt. Auf Platz zwei liegt Treptow-Köpenick mit einer Quote von 27,6 Prozent. In Mitte erreichen die Jugendämter mit rund 12 Prozent die niedrigste Quote.

Der Staat zahlt Kindern maximal sechs Jahre lang bis zur Vollendung ihres zwölften Lebensjahres einen Unterhaltsvorschuss von bis zu 194 Euro im Monat.