Bäder in Berlin

Berlins Bäderchef schließt Preiserhöhungen aus

Andreas Scholz-Fleischmann kündigt eine Vereinfachung der Tarifstruktur an und beklagt den Sanierungsstau in Berlins Bädern.

Das  Sommerbad in Berlin-Mariendorf

Das Sommerbad in Berlin-Mariendorf

Foto: imago/Sven Lambert / IMAGO

Berlin.  Der Chef der Berliner Bäder-Betriebe (BBB), Andreas Scholz-Fleischmann, schließt Preiserhöhungen für die Berliner Einrichtungen aus. „Bei den Preisen sind wir an der Schmerzgrenze, da weiter nach oben zu gehen, macht keinen Sinn“, sagte Scholz-Fleischmann der Berliner Morgenpost. „5,50 Euro als Standardpreis ist für viele nicht einfach zu bezahlen.“ Bislang seien Kunden durch die Eintrittspreise nicht verprellt worden, so der Bäderchef. „Das würde aber geschehen, wenn wir die Preise weiter anheben würden.“

Die Bäder-Betriebe hatten die Eintrittspreise zuletzt vor zwei Jahren erhöht. Das neue Tarifkonzept hatte bei den Gästen der Schwimmbäder zu heftiger Kritik geführt. Scholz-Fleischmann kündigt nun eine Vereinfachung der Tarife an. „Kritisiert wird von unseren Gästen, dass es eine Vielzahl von Preisen gibt und das Angebot unübersichtlich ist“, sagte der Bäderchef. Er werde deshalb dem Aufsichtsrat eine Reform vorschlagen. „Das sollten wir aus meiner Sicht vereinfachen.“

Bäderschließungen ergeben in wachsender Stadt keinen Sinn

Scholz-Fleischmann hatte das Amt des Vorstandsvorsitzenden der Bäder-Betriebe vor vier Monaten von Ole Bested Hensing übernommen. Der frühere Chef des Tropical Island in Brandenburg hatte sein Amt nach nur zwei Jahren aufgegeben, weil es zwischen ihm und dem Land unterschiedliche Auffassungen über die Zukunft der Berliner Bäderlandschaft gab. Bested Hensing wollte ineffektive Einrichtungen schließen und stattdessen neue Kombibäder bauen. Schließungen lehnt der Senat jedoch kategorisch ab. Auch der neue Bäderchef sieht dafür keinen Grund. „Ich glaube, Bäderschließungen ergeben keinen Sinn in einer Stadt, die gerade wächst“, sagte Scholz-Fleischmann. „Prognosen sagen, dass wir bald vier Millionen Einwohner haben, da brauchen wir die Bäder.“

Stattdessen setzt er auf mehr Investitionen in die bestehende Bäderlandschaft. „Wir sanieren einen Teil, aber gleichzeitig werden die anderen ja älter und es entsteht neuer Sanierungsbedarf“, sagte Scholz-Fleischmann. „Wenn man den Trend umkehren will, müsste man eine größere Summe investieren, als wir es derzeit tun.“

55 Millionen Euro für 62 Berliner Bäder

In diesem Jahr erhalten die BäderBetriebe für die 62 Hallen-, Strand- und Sommerbäder vom Land einen Zuschuss in Höhe von 55 Millionen Euro. Außerdem bewilligte der Finanzsenator 25 neue Stellen, um den Badebetrieb an allen Standorten aufrecht erhalten zu können. Der Sanierungsstau beträgt demgegenüber 100 Millionen Euro. Vor allem die Technik ist an vielen Standorten marode und kostenintensiv.

Um das Angebot zu verbessern, sollen zwei neue Kombibäder entstehen, eines in Mariendorf und eines in Pankow. Sie sollen Ende 2021, Anfang 2022 eröffnen. „Wenn alles mit der Planung klappt, kriegen wir das auch hin“, sagte Scholz-Fleischmann. „Das ist sportlich, aber zu schaffen.“