Neugestaltung

Weitere 15 Millionen Euro für Umbau im Berliner Tierpark

Der Senat stellt 15 Millionen Euro für die geplante Umgestaltung der Anlagen in Friedrichsfelde bereit.

Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem mit Elefanten bei einem Rundgang am Dienstag im Tierpark

Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem mit Elefanten bei einem Rundgang am Dienstag im Tierpark

Foto: Jörg Carstensen / dpa

Zoo-Direktor Andreas Knieriem hat viel vor mit seinem Zweitsitz, dem Tierpark. Er will die weitläufige, in die Jahre gekommene Anlage in Friedrichsfelde gründlich umgestalten. Vor allem eine neue, attraktive Anordnung von Tier- und Pflanzenwelt nach Herkunftsregionen soll her. Mindestens 95 Millionen Euro kosten die Projekte, die Knieriem bereits 2014 in einem Masterplan für den Tierpark gepackt hat.

Zumindest für einen Teil der Vorhaben kann er nun die Planung in Auftrag geben. Der Senat hat dem Tierpark jetzt erstmals Geld aus der „Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der regionalen Infrastruktur“ (GRW), einem vom Bund gespeisten Fördermitteltopf, bewilligt: Rund 15 Millionen Euro stehen in den nächsten drei Jahren bereit. Bei einem Rundgang am Dienstag stellte Knieriem vor, was er mit dem Geld vorhat.

Ganz oben auf seiner Ausgabenliste steht dabei die „Aufwertung“ des Dickhäuterhauses. Die noch zu DDR-Zeiten Mitte der 80er-Jahre errichtete Behausung für die Elefanten muss dringend saniert werden. „Wir wollen das nutzen, um ihn zum Mittelpunkt unserer neuen Afrika-Welt werden zu lassen“, kündigte Knieriem an. Was auch heißt, dass die Tage für die asiatischen Elefanten im Tierpark gezählt sind. „Sie werden in einen anderen Zoo oder Tierpark umziehen. In welchen, steht aber noch nicht fest“, sagte Knieriem.

Mehr Platz für die Tiere

Wichtig sei ihm aber, die Verhältnisse im Elefantenhaus umzukehren. Was heißt: Mehr Platz für eine artgerechte Haltung der Tiere, weniger Platz für die Menschen. Auch die tiefen Betongräben sollen weg. „Wenn da mal ein Elefant reinfällt, kriegen wir ihn nicht lebendig wieder raus“, so Knieriem. Heute gebe es bessere Möglichkeiten, Mensch und Tier auf Sicherheitsabstand zu halten. Als zusätzliche Attraktion soll ein Café und eine Lodge auf dem Dach des Dickhäuterhaus noch mehr Besucher anziehen. Acht Millionen Euro stehen nun für die geplanten Umbauten bereit, die bis 2020 abgeschlossen sein sollen.

„Ich freue mich, dass wir mit unserem Förderinstrument der GRW-Mittel dazu beitragen können, dass der Zoo, aber auch gerade der Tierpark für die zahlreichen Gäste unserer Stadt noch attraktiver werden. Wir helfen nach Kräften, dass der größte Landschaftstierpark Europas noch attraktiver für seine Besucher wird“, sagte Staatssekretär Henner Bunde von der für die Fördergelder zuständigen Senatswirtschaftsverwaltung. Zwar habe der Zoo auch wegen seiner innerstädtischen Lage eine noch größere Anziehungskraft auf Touristen aus dem In- und Ausland. „Aber der Tierpark ist eindeutig im Kommen“, betonte Bunde.

Ein Schuttberg muss umweltgerecht saniert werden

Drei Millionen Euro gibt es aus dem GRW-Fördertopf für das „Himalaya-Projekt“. Auch für dieses Vorhaben gibt es Zwänge. Denn Knieriem hat von seinem Vorgängern einen 64 Meter hohen Schuttberg geerbt, der dringend umweltgerecht saniert werden muss. Die damit verbundenen Arbeiten werden nun zur Schaffung einer Gebirgslandschaft genutzt, in der künftig Schneeleoparden und Gemsen ihr Domizil finden sollen.

Mit weiteren vier Millionen Euro sollen Beschilderung und Wegeführung durch den Tierpark verbessert werden. Insgesamt kann der Tierpark bis 2020 mit Zuwendungen in Höhe von etwa 42 Millionen Euro aus Bundes-, Landes- und Lottomitteln rechnen.