Berlin

Radfahrer wollen die Monumentenstraße für sich

Der ADFC ist mit dem vorhandenen Weg unzufrieden und sieht auch neue Gefahren

Seit dem Wochenende sind die Arbeiten auf der Monumentenbrücke, der Verbindung zwischen Schöneberg und Kreuzberg, abgeschlossen. Das Problem: Der Radweg verläuft noch immer im Nichts. Deshalb empören sich viele Radfahrer schon seit einigen Tagen über den Kurznachrichtendienst Twitter über den neu gemachten Radweg.

Auf den Twitter-Fotos ist ein Radweg zu erkennen, der auf der einen Seite einfach endet. Nach der Sanierung der Monumentenbrücke ist die Situation für Radfahrer zwar besser als vor dem Umbau, als überhaupt kein Radweg vorhanden war, aber die Verkehrsführung ist dann doch verwirrend. Das sieht auch der Verkehrsexperte der Grünen, Stefan Gelbhaar, so: „Es ist schön, wenn sie am Rand einen Radstreifen aufgemalt haben, der sicher und komfortabler sein soll, aber wenn dieser in einer Gefahrenstelle endet, ist damit nichts gewonnen.“

Der Grünen-Abgeordnete hat den Eindruck, dass die Verantwortlichen den Radweg vor Ende der Sanierungsarbeiten noch schnell aufgemalt haben. Außerdem kritisiert er den fehlenden Übergang für Radfahrer, eine Mittelinsel, die im Sanierungsplan eigentlich vorgesehen gewesen sei. Nikolas Linck vom Fahrrad-Club ADFC sieht noch eine ganz andere Gefahrenstelle: „Warum gibt es überhaupt Parkplätze auf der Brücke? Das ist eine zusätzliche Gefahr für die Radfahrer.“ Seiner Meinung nach sind diese Parkplätze überflüssig, da es auf der Brücke keine Anwohner gebe. Durch die Parkplätze erhöhe sich nur die Gefahr für die Radfahrer. Beispielsweise wenn ein Autofahrer seine Tür öffne, ohne auf den Radverkehr zu achten, sagte Linck.

Verband kritisiert die Parkplätze auf der Brücke

„Ohne die Parkplätze könnten die Radspuren außerdem breiter angelegt werden“, sagt Linck. Sein Lösungsvorschlag: „Der Bezirk sollte dringend prüfen, ob sich die Monumentenstraße als Fahrradstraße ausweisen lässt. Außerdem könnte der Abschnitt vom Viktoriapark zur Kreuzbergstraße zur Einbahnstraße gemacht werden, um nur eine Autospur in Richtung Kreuzberg zu haben.“

Der ADFC-Vertreter verweist auf eine Zählung aus dem Jahr 2012, bei der am Tag 4800 Radfahrer gezählt wurden. Dies würde eine Fahrradstraße rechtfertigen, so Linck. Zudem verläuft über die Monumentenbrücke seit Anfang dieses Jahres die Anbindung zum Fernradweg nach Leipzig. Wenn hier reger Fahrradverkehr herrschen solle, müsse noch einiges für die Sicherheit der Radfahrer getan werden, sagt Linck.

Laut Christian Gaebler (SPD), Verkehrs-Staatssekretär in der Berliner Stadtentwicklungsverwaltung, ist der Radweg über die Monumentenbrücke noch gar nicht fertig. Via Twitter betonte Gaebler, dass der Weg für die Radfahrer erst bei dem Ampel-Umbau im kommenden Jahr fertiggestellt werde. Für ADFC-Vertreter Linck steht aber so oder so schon fest: „Wir wollen keine Radspur, die vor der Kreuzung einfach endet!“

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