Blaue Plakette

Warum auch Neuwagen ein Fahrverbot in Berlin droht

Am Jahresende werden die Kriterien für die Blaue Plakette in Berlin bekannt gegeben. Auch Neuwagen könnte ein Fahrverbot treffen.

Blick auf die Auspuffrohre eines Diesel-PKW

Blick auf die Auspuffrohre eines Diesel-PKW

Foto: Hendrik Schmidt / dpa

Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) will die Blaue Plakette. Das Ministerium arbeitet an der Verordnung. Beschlossen ist noch nichts, aber Umweltschützer fordern eine rasche Einführung. Das allerdings könnte auch einige Berliner Autofahrer hart treffen.

Denn: In die 53 deutschen Umweltzonen dürfen dann nur noch Benzin-Fahrzeuge mit der Norm Euro 3 und Diesel-Fahrzeuge mit Euro-6-Abgasnorm. Das Problem ist, dass nach dem Abgasskandal nicht alle jetzt zugelassenen und teilsweise neuen Euro 6 Diesel-PKW die notwendigen Stickoxid-Werte erfüllen. Auch diese bekommen die Plakette nicht.

„Wenn die blaue Plakette auf der Basis der kürzlich in Brüssel beschlossenen, ab 2019 gültigen Anforderungen an die realen Fahremissionen für neue Fahrzeuge festgelegt wird, werden etliche, jetzt zugelassenen Euro 6 Diesel-PKW keine Blaue Plakette bekommen, da sie in der Realität ein Vielfaches an Stickoxiden ausstoßen“, erklärte die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung und Umweltschutz gegenüber der Berliner Zeitung.

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Allerdings, so unterstreicht die Senatsverwaltung, ist eine Einführung nur mit Übergangsfristen möglich, so dass die Berliner genügend Zeit hätten, entsprechend zu planen. Und dass die Plakette überhaupt kommt, ist auch noch nicht beschlossen. So prüfe das Umweltministerium eigenen Angaben zufolge mit den Ländern, ob und welche Wege es zur Verbesserung der Luftqualität noch gibt.

Die Umweltplakette wurde im Jahr 2008 eingeführt. Sie kann bei TÜV, Dekra, Kfz-Zulassungsstellen, Bürgerämtern oder online erworben werden. Notwendig ist dazu vor allem der Fahrzeugschein, denn er enthält die wichtigen Angaben wie Fahrzeugtyp, Antriebsart und Emissionsschlüssel. Die Plakette kostet zwischen fünf und 20 Euro.