Bundesverkehrswegeplan

Berliner Avus wird für 126,5 Millionen Euro ausgebaut

Die Avus ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 gelistet. Für 126,5 Millionen Euro wird ein sieben Kilometer langer Abschnitt ausgebaut.

Die Avus soll von vier auf sechs Spuren ausgebaut werden

Die Avus soll von vier auf sechs Spuren ausgebaut werden

Foto: picture alliance / Arco Images

Dem Ausbau der ehemaligen Rennstrecke Avus (A115) steht nichts mehr im Weg. Das Vorhaben ist im Bundesverkehrswegeplan 2030 (BVWP 2030) des Bundesverkehrsministerium aufgeführt, der am Mittwoch beschlossen wurde. Für 127 Millionen Euro soll der 7,3 Kilometer lange Abschnitt zwischen Hüttenweg und Zehlendorfer Kreuz von vier auf sechs Spuren ausgebaut werden. Der Verkehrswegeplan setzt den Rahmen für die Vorhaben des Bundes bei den Fernstrecken bis 2030. Insgesamt geht es um mehr als 1000 Projekte.

Die A115 ist der Zubringer Richtung Südwesten, sie verbindet die Berliner Innenstadt vom Dreieck Funkturm in Charlottenburg mit dem Berliner Autobahn-Ring (A10). Bis auf den Abschnitt in Grunewald stehen Autofahrern hier bereits überall sechs Spuren zur Verfügung. "Der Lückenschluss macht absolut Sinn", sagt Jörg Becker vom ADAC Berlin-Brandenburg. Besonders bei Veranstaltungen der Berliner Messe oder verlängerten Wochenenden würde sich der Verkehr auf der Avus regelmäßig stauen. Wann mit dem Bau begonnen wird, ist unklar, ebenso die zu erwartenden Verkehrsbehinderungen. Der BVWP ermöglicht dem Land Berlin aber, mit den Planungen zu beginnen.

Beim Berliner Senat haben andere Projekte wie die A100 Priorität

Doch dort überwiegt Zurückhaltung. Denn der Ausbau erfolgt auf Weisung des Bundes, ohne diese hätte der Berliner Senat die Maßnahme nicht angemeldet. "Wir halten es für verkehrlich nicht zwingend", sagte Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) der Berliner Morgenpost. Zudem seien im Bereich der Anschlussstelle Spanische Allee bauliche Schwierigkeiten zu befürchten.

Andere Arbeiten wie der Ausbau der A100 haben beim Senat Priorität. Hier hat der Bund den viel kritisierten Weiterbau bis zur Storkower Straße in Lichtenberg bewilligt, die 7,1 Kilometer lange Strecke kostet rund 850 Millionen Euro. Als "vordringlich" aufgeführt ist der Bau einer Umfahrung des Lichtenberger Ortsteils Malchow. Diese wird seit Jahren gefordert, da die Bewohner durch den Zubringerverkehr Richtung nördliche A10 erheblich belästigt werden. "Es wäre ein Segen, wenn das endlich ein Ende findet", sagte Bezirksstadtrat Wilfried Nünthel (CDU). Als mögliche Umfahrung wurde bereits eine westliche Route diskutiert.

"Wir vermuten, dass Mitarbeiter des Bundestages auf der Avus zu oft im Stau gestanden haben"

Insgesamt 844 Vorhaben für Berlin stehen im BVWP, davon 21 neue. Etwas mehr als ein Prozent der 270 Milliarden Euro, die bundesweit investiert werden, fließen in die Hauptstadt. Umweltschützer kritisieren, das nach dem "Wunschzettelprinzip" angemeldet worden sei. "Wir vermuten, dass Mitarbeiter des Bundestages auf der Avus zu oft im Stau gestanden haben", heißt es beim Bund für Umwelt- und Naturschutz. Es gebe zu viele Maßnahmen für die Straße und zu wenige für die Schiene.

Tatsächlich kommt Berlin bei der Bahn nicht so gut weg. Genehmigt wurde ein zweigleisiger Ausbau der Dresdner Bahn (Südkreuz-Blankenfelde), wo eines Tages auch die Züge zum Flughafen BER rollen sollen. Ebenso ein Ausbau des Nordkreuzes in Karow. Insgesamt müssten diese Maßnahmen aber "noch konkretisiert werden", sagte Gaebler. Konkreter sind die Pläne eines Ausbaus der ICE-Schnellverbindung zwischen Berlin und Hannover. Hier soll die Bahn mehr Kapazitäten bekommen.

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