Umstrittene Wahlwerbung

Berliner "Partei“ wirbt mit „Hier könnte ein Nazi hängen“

Auf Plakaten prangt der Slogan „Hier könnte ein Nazi hängen“. Es ist Werbung für die satirische „Partei“ - und zieht Kritik auf sich.

Auch am Potsdamer Platz "könnte ein Nazi hängen". So wirbt die "Partei"

Auch am Potsdamer Platz "könnte ein Nazi hängen". So wirbt die "Partei"

Foto: Die Partei Berlin/Facebook

Seit wenigen Tagen hängt die Wahlwerbung der Parteien zur Berliner Abgeordnetenhauswahl in der Stadt. Während zunächst darüber diskutiert wurde, warum die SPD für ihren Spitzenkandidaten Michael Müller ohne Parteilogo warb, sorgt nun ein weiteres Plakat für Aufsehen. Diesmal kommt es von der Satirepartei „Die Partei“. An Lampenmasten montiert finden sich im Stadtgebiet Plakate mit der Aufschrift „Hier könnte ein Nazi hängen“.

Wie das Gebahren der Partei insgesamt ist auch die Wahlwerbung als Satire zu verstehen. Aber einige Menschen finden den Slogan nicht lustig. Bei Facebook und Twitter diskutieren Nutzer über die Plakate.

„Ist das Eure hochgelobte #Toleranz ? Ihr seid die wahren #Faschisten!“, schreibt Nutzer Mario S. via Twitter an die „Partei“. Ein anderer meint: „Das ist nicht komisch: Das ist ein Aufruf zur Lynchjustiz, ihr Vollpfosten! Gegen rechts - aber mit Hirn!“

Die „Partei“ wiederum reagiert mit: „Es ist ein Hinweis, dass am selben Ort auch rechtsexteme Plakate hängen könnten. Was haben Sie denn für eine kranke Phantasie.“ Ein Hinweis, der dann so ähnlich funktionieren könnte wie das bekannte „Hier könnte Ihre Werbung stehen!“ auf ungenutzten Werbeflächen. Doch die zweite Ebene nimmt eben Bezug auf das Aufhängen, also Töten, von Menschen.

Ein weiterer Kommentator twittert ein Foto des Plakats und schreibt: „Kann man machen. Ist man nur nicht besser.“

„Partei“-Bundesvorsitzender Martin Sonneborn zeigt sich unbeeindruckt von der Kritik. Er postete bei Facebook einen Artikel, der sich des Themas annimmt - und schrieb dazu: „Hier könnte Sigmar Gabriel nicht hängen. (zu schwer)!“ Wie lustig der Vizekanzler das findet, ist noch nicht bekannt.

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