Nach Anschlag in München

Berliner Polizei beim CSD "der Lage angemessen" präsent

Innensenator Henkel bietet bayerischen Behörden Hilfe an. Die Berliner Polizei will den CSD "der Lage angemessen" begleiten.

Der Senator für Inneres und Sport in Berlin, Frank Henkel (CDU)

Der Senator für Inneres und Sport in Berlin, Frank Henkel (CDU)

Foto: Sophia Kembowski / dpa

Den Berliner Sicherheitsbehörden lagen am Freitagabend keine Erkenntnisse vor, dass die Ereignisse in München Auswirkungen auf die Sicherheitslage in Berlin haben. Das erklärte Innensenator Frank Henkel (CDU) gegen 22 Uhr. „Es sind albtraumhafte Nachrichten, die wir aus München erhalten. Ich bin tief bestürzt angesichts dieser unfassbaren Tragödie, die offenbar zahlreiche Opfer gefordert hat“, sagte Henkel. Ein Polizeisprecher erklärte am Sonnabendmorgen, man werde beim Christopher Street Day "der Lage angemessen" Präsenz zeigen. Ob mehr Beamte im Einsatz seien als im Jahr zuvor, konnte er nicht sagen. Die Sicherheitsstandards seien wie immer "hoch angesetzt". Die Lage werde aber weiterhin ständig neu bewertet.

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Jetzt sei nicht die Stunde der Spekulationen, sondern die Stunde der Polizei, sagte Henkel. Es sei wichtig, die Einsatzkräfte ihre schwierige Arbeit machen zu lassen. „Ich habe meinem bayerischen Amtskollegen jede erdenkliche Hilfe aus Berlin angeboten. Wir sind jetzt alle Münchner“, betonte der CDU-Politiker. Die Lage in der bayerischen Landeshauptstadt werde in Berlin fortlaufend beobachtet. „Wir prüfen verantwortungsbewusst, ob sich Auswirkungen auf die Sicherheitslage in Berlin ergeben. Der Innensenator und Polizeipräsident Kandt standen in den vergangenen Stunden in ständigem Kontakt. Sie werden auch am Vormittag die Lage nochmals erörtern. Leitende Beamte und Experten der Behörde sind dabei eingebunden.

Ohnehin vorgesehene Schutzmaßnahmen, etwa für den Christopher Street Day (CSD), wurden zunächst nicht verschärft. Trotz der Ereignisse in München soll der CSD wie geplant stattfinden. „Unsere Vorbereitungen laufen“, sagte ein Mitarbeiter im Veranstalterbüro am Freitagabend. Auch in den Einkaufscentern der Hauptstadt liefen die Geschäfte zu jener Zeit wie gewohnt weiter. Das Kaufhaus Galeria Kaufhof blieb, wie am Freitag üblich, bis 22 Uhr geöffnet. Die meisten anderen Einkaufscenter schlossen planmäßig um 20 oder 21 Uhr ihre Türen.

Die Berliner Polizei äußerte sich am Abend nur sehr zurückhaltend. Man beobachte die Geschehnisse in München sehr genau und werde gegebenenfalls das eigene Lagebild anpassen, sagte ein Polizeiführer. Dazu, so der Beamte, seien allerdings konkrete Informationen erforderlich. „Und bislang ist die Lage in München ja noch sehr unübersichtlich“, so der Polizeiführer am Abend. weiter. Zu Details getroffener oder noch zu treffender Sicherheitsmaßnahmen äußere sich die Polizei nicht öffentlich. Man stehe in diesem wie in ähnlichen Fällen vor dem Problem, einerseits eine Gefahr nicht zu unterschätzen, andererseits jede Panik zu vermeiden. Die Brandenburger Polizei stand indes am Abend in erhöhter Alarmbereitschaft.