Gewerkschaft kritisiert

Berliner Polizei machte 2016 schon fast 100.000 Überstunden

Es handele sich um einen „untragbaren Zustand, durch den mit der Gesundheit und Lebensqualität der Polizisten gespielt wird“, kritisiert die GdP.

Polizisten sperren eine Straße in Berlin ab

Polizisten sperren eine Straße in Berlin ab

Foto: Sophia Kembowski / dpa

Allein im ersten Halbjahr 2016 haben die Beamtinnen und Beamten der Bereitschaftspolizei fast 100.000 Stunden Mehrdienst geleistet. Das teilte die Gewerkschaft der Polizei (GdP) am Freitag mit. Die GdP erhebt nun Vorwürfe. „Ständige Alarmierungen und kurzfristige Dienstplanverschiebungen zerstören nicht nur jegliche private Planung, sondern zehren auch an der Belastbarkeit der Kolleginnen und Kollegen“, hieß es in einer Mitteilung. Es handele sich um einen „untragbaren Zustand, durch den mit der Gesundheit und Lebensqualität der Polizisten gespielt wird.“

„Behördenleitung und Berlins Politik sollten sich langsam aber sicher mal Gedanken machen, was sie den Kolleginnen und Kollegen abverlangen und welche Auswirkungen das ständige Arbeiten über der ertragbaren Belastungsgrenze mit sich bringt. Niemand sollte außer Acht lassen, dass neben dem physischen und psychischen Stress auch ihre sozialen Bindungen massiv darunter zu leiden haben. So werden auf kurz oder lang Familien und Leben zerstört“, kritisiert Detlef Herrmann, stellvertretender Landesvorsitzender der GdP.

Zusammen kommen die drei Berliner Bereitschaftspolizeien den Angaben zufolge bis Ende Juni bereits auf ein Überstundenpensum von insgesamt 99.251.

"Die Kräfte werden doch nur hin- und hergeschoben"

„Dass die nicht mehr hinnehmbare Belastung eine Folge der Personaleinsparungen ist, weiß mittlerweile jeder. Wir haben vorne und hinten nicht genug Polizisten, um alle Brandherde (...) zu löschen. Die Kräfte werden doch nur noch hin- und hergeschoben, um die Lage zumindest kurzfristig zu beruhigen“, so Herrmann. Leidtragende seien die Polizisten, besonders die Einsatzhundertschaften, die sich gemeinsam mit den Kräften der Direktion 5 neben der normalen Kriminalitätsbekämpfung gleichzeitig um die Problembereiche Görlitzer Park, Kottbusser Tor, Warschauer Brücke und die Rigaer Straße kümmern sollten.