Brand

Nach Feuer im Badeparadies: Was wird aus dem "Blub"?

Das stillgelegte Freizeitbad in Neukölln ist in der Nacht völlig ausgebrannt. Ab 2017 sollen dort 450 Wohnungen entstehen.

Ehemaliges Freizeitbad "Blub" brennt nieder
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Verkohlte Holzbalken, zerborstene Fensterscheiben, weißer Qualm, der aus dem zerstörten Dach nach oben steigt. Dieser Anblick bietet sich Augenzeugen am Freitagmittag an der Buschkrugallee in Britz. Nach knapp 15 Stunden im Einsatz verlassen die letzten Feuerwehrleute das Grundstück. Auch die Nachlöscharbeiten sind abgeschlossen. Dann ist der Weg frei für ein Brandkommissariat des Landeskriminalamtes (LKA). Die Experten ermitteln die Ursache des Großfeuers in dem ehemaligen Freizeitbad „Blub“. Das Feuer hat nach Schätzungen der Feuerwehr ungefähr 4500 Quadratmeter der insgesamt 9000 Quadratmeter großen Holzfachwerkkonstruktion zerstört.

Donnerstagabend. Wenige Minuten nach 22 Uhr ruft eine Passantin die Feuerwehr mit ihrem Handy an und meldet das Feuer. Die ersten eintreffenden Feuerwehrleute melden ein Feuer in der Ausdehnung von ungefähr 150 Quadratmeter Dachfläche des stillgelegten Freizeitbades. Aber das Feuer breitet sich rasend schnell aus. Die Kräfte vor Ort alarmieren nach.

160 Feuerwehrleute waren in Britz im Einsatz

„In Spitzenzeiten waren mehr als 100 Feuerwehrleute im Einsatz“, sagte ein Sprecher der Feuerwehr. „Insgesamt waren es mehr als 160 Kräfte.“ Sechs Löschzüge mit acht Lösch- und Hilfsfahrzeugen, drei Rettungswagen, zwei Drehleiterfahrzeuge und elf Sonderfahrzeuge waren am Brandort.

„Durch die Einsturzgefahr mussten die Einsatzkräfte den Innenangriff abbrechen“, sagte ein Feuerwehrsprecher. „Aufgrund der baulichen Kon-struktion des Gebäudes, der schlechten Zugänglichkeit und der schlechten Wasserversorgung gestaltete sich die Brandbekämpfung sehr langwierig.“

Da der Betrieb des Spaßbades seit Jahren stillgelegt ist, waren auch alle Hydranten auf dem 35.000 Quadratmeter großen Grundstück abgestellt. „Die Wasserversorgung wurde zum Teil über ein Mehrzweckboot, das aus Köpenick kam, aus dem Teltowkanal sichergestellt“, sagte der Behördensprecher. Zusätzlich seien vier Förderleitungen aus dem Hydrantennetz gelegt worden. Bei den Löscharbeiten wurde ein Feuerwehrmann verletzt und musste medizinisch versorgt werden. Ein Lösch-Schlauch sei durch den Wasserdruck kurzzeitig außer Kontrolle gewesen und habe den Mann getroffen und verletzt. Eine Radfahrerin wurde ebenfalls verletzt. Sie hatte nach Augenzeugenberichten ein Standrohr für die Wasserversorgung übersehen und stürzte. Da sie kurze Zeit bewusstlos war, wurde ein Notarzt alarmiert.

Nach Gewalt- und Hygieneproblemen war die Betreibergesellschaft 2003 in die Insolvenz gegangen. Seit der Stilllegung hat es dort mehrmals gebrannt. Zuletzt hatte Anfang dieses Jahres eine Zwischendecke des Gebäudes gebrannt. In der Vergangenheit wechselten auch die Besitzer des Areals. Die Pläne für ein Ferienresort für Familien wurden nie realisiert. 2012 kaufte dann die Höcherl Group aus München das Grundstück. Ihr Ziel: der Bau von ungefähr 450 Mietwohnungen unter dem Namen „Greenpark“.

„Der Zaun um das Grundstück wurde ständig zerstört, und Unbekannte haben sich widerrechtlich Zutritt verschafft“, sagte Rainer Höcherl, Geschäftsführer der Greenpark KG der Berliner Morgenpost. „Wir werden die Überreste des zerstörten Gebäudes und die baufälligen Teile mit Baggern zusammenschieben und bis Mitte nächster Woche einen Bauzaun errichten.“ Zusätzlich werde das Unternehmen eine Sicherheitsfirma beauftragen, die das Gelände sichern soll.

„Wir befinden uns mit Architekten in Gesprächen, und die Vorplanungen werden Ende des Jahres abgeschlossen sein“, sagte Höcherl. „Bis Ende des Jahres werden die Bebauungspläne zum zweiten Mal öffentlich ausgelegt, und im ersten Quartal 2017 wollen wir mit den Bauarbeiten beginnen.“

Da das Grundstück noch als Schwimmbad ausgewiesen ist, muss die zuständige Bezirksverordnetenversammlung (BVV) in Neukölln dem Bebauungsplan noch zustimmen. Erst dann kann eine Baugenehmigung erteilt werden. „Das wird voraussichtlich Anfang 2017 sein“, sagte der zuständige Baustadtrat Thomas Blesing (SPD). Aufgrund der Wahlen am 18. September werde die BVV erst im kommenden Jahr darüber entscheiden.