Jungfernheide

Wasserskianlage im Test: Aufrichten, surfen – und platsch

Unsere Autorin hat einen Selbstversuch auf Berlins erster Wasserski- und Wakeboardanlage in der Jungfernheide gewagt.

Morgenpost-Volontärin Emina Benalia testet die erste Wasserskianlange in Berlin

Morgenpost-Volontärin Emina Benalia testet die erste Wasserskianlange in Berlin

Foto: DAVIDS/Sven Darmer

Ich bin kein Fan von Wassersport. Absolut nicht. Noch nie. Am liebsten liege ich im Sommer am Seeufer und schaue anderen Menschen beim Schwimmen zu. Erst wenn es richtig heiß wird, traue ich mich ins Wasser. Dann aber auch nur kurz. Umso größer war meine Aufregung, als ich den Auftrag erhielt, die Wasserskianlage im Strandbad Jungfernheide zu testen. Sport? Und dann auch noch im Wasser? Rückblickend muss ich gestehen: Es hat viel mehr Spaß gemacht, als zunächst vermutet.

Zurück zum Anfang. Ausgerüstet mit einem Neoprenanzug und einer Schwimmweste stehe ich an einem sommerlichen Vormittag am Ufer des Jungfernheideteichs in Charlottenburg. „Lass mich einmal vom Ufer abspringen, und dann zeige ich dir die leichte Startvariante“, sagt Axel Gleimann (44), Trainer und Betreiber des Strandbads. Routiniert schlüpft er in die Halterung für die Füße an seinem Wakeboard, wie das Brett, mit dem man über die Wasseroberfläche gleitet, genannt wird. Er greift nach dem Holzbügel am Ende einer Leine, die locker von der Seilanlage runterbaumelt. Ein Nicken zu seinem Kollegen und schon setzt sich die Anlage in Bewegung. Lässig, als wäre so ein meterhoher Absprung die normalste Sache der Welt, hebt Axel Gleimann ab, bevor er in einer eleganten Halbdrehung auf dem Wasser landet.

Scheitern, scheitern und noch mal scheitern

Während die Zuganlage ihn mit 32 Stundenkilometern von der einen zur anderen Seite des Badestrandes zieht, führt der leidenschaftliche Kitesurfer auf seinem Wasserboard verschiedene Sprünge und Pirouetten vor. „Sieht einfach aus“, denke ich mir. Nur wenige Minuten später werde ich eines Besseren belehrt.

Die Anfahrvariante für Anfänger ist um einiges uneleganter. Dazu setzt man sich zunächst in das brusthohe Wasser am Rand des Sees. Dann schlüpft man in das Wakeboard und hält sich mit beiden Händen an dem Seil fest. „Mach dich ganz rund, ziehe deine Arme und Beine fest an deinen Körper“, sagt Axel Gleimann. Als ich mich bereit fühle, setzt er die Anlage in Bewegung. Das Seil beginnt sich zu spannen, zieht mich aus dem Wasser und … platsch! Ich kippe über und lande meine erste Pleite. Nicht wild, denn lange schwimmen muss man nicht. Fällt man ins Wasser, so stoppt die Anlage an der jeweiligen Stelle, bis man wieder startklar ist. Dann geht die Fahrt weiter. Oder, wie in meinem Fall, das Abtauchen. Hüfte eindrehen, Gewicht verlagern, Knie beugen, Spannung halten – nach einigen Versuchen kann ich Axel Gleimanns Anweisungen nicht mehr folgen und verliere die Lust. „Komm, noch ein letztes Mal“, ruft der Wassersportler. Während ich mich wieder in die Käferpose begebe und überlege, wie ich am Besten aus der Sache rauskomme, merke ich den Widerstand unter meinen Füßen. Der Körper dreht sich automatisch, führt das Board über die Wasseroberfläche, und ich gleite über das Wasser – ein unbeschreibliches Gefühl. Hat man erstmal den Dreh raus, will man gar nicht mehr aufhören. Am Ende des Tages merke ich jeden Muskel meines Körpers und weiß: Das Durchhalten hat sich gelohnt.

Strandbad Jungfernheide, Jungfernheideweg 60, Charlottenburg, täglich 10–22 Uhr. Kosten: 30 Minuten, bis zu fünf Personen: 50 Euro. Ausrüstung kann ausgeliehen werden: Neoprenanzug fünf Euro, Wakeboard acht Euro