Nahverkehr

Fahren bald wieder Oberleitungsbusse durch Berlin?

Seit über 40 Jahren ist in Berlin kein Obus mehr durch die Straßen gefahren. Laut BVG-Strategen könnte sich das bald ändern.

Ein Oberleitungsbus in Eberswalde. Seit 1901 setzt die Stadt in Brandenburg auf die umweltfreundliche, leise und schnelle Fortbewegungsmöglichkeit

Ein Oberleitungsbus in Eberswalde. Seit 1901 setzt die Stadt in Brandenburg auf die umweltfreundliche, leise und schnelle Fortbewegungsmöglichkeit

Foto: Patrick Pleul/dpa

1973 fuhr der letzte Oberleitungsbus durch die Hauptstadt. Ältere Berliner mögen sich erinnern. Nun wird über eine Rückkehr der "Obusse" nachgedacht - zumindest in moderner Form.

Wie die "Berliner Zeitung" berichtet, denken Strategieplaner der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) darüber nach, Obuslinien in der Hauptstadt einzurichten. „Für die Zukunft des Busverkehrs prüfen wir verschiedene Optionen", sagte der kommissarischer Bus-Chef Torsten Mareck dem Blatt. "Dazu gehört auch die Option, in bestimmten Bereichen des Stadtgebiets Oberleitungsbusse einzusetzen."

Die so genannten Obusse sind in Berlin fast so alt wie die elektrische Straßenbahn. 1882 ließ Werner von Siemens einen gleislosen Wagen erstmals durch Charlottenburg fahren. Die Strecke führte durch die Joachim-Friedrich- und die Johann-Georg-Straße. 1904 wurde dann die erste Linie in Johannisthal dem Betrieb übergeben, die Gemeinde Steglitz begann 1912, in Spandau fuhr der erste Obus 1933. Es folgten nach 1935 neue Linien von Steglitz nach Marienfelde und Mariendorf. 1951 fuhr der erste Obus am Ostbahnhof.

Obusse beziehen den Strom aus Fahrleitungen, die über der Straße aufgehängt sind. „Sie können mit Ökostrom fahren, sind leise und abgasfrei, stoßen keinen Feinstaub und keine Stickstoffoxide aus“, zitiert die "Berliner Zeitung" BVG-Manager Torsten Mareck. In Berlin könnten die Elektrobusse demnach für Strecken mit hoher Fahrgastnachfrage geeignet sein, auf denen in Zukunft auch Straßenbahnverkehr sinnvoll wäre.

Bis es soweit ist, wird es aber noch dauern. Zumal unklar ist, ob das Konzept überhaupt realisiert wird. Laut "Berliner Zeitung" läuft die Prüfung derzeit noch. "Wie sie ausgeht, können wir natürlich jetzt noch nicht sagen", so Mareck.