Baden in Berlin

Berliner Freibäder machen dicht bei Überfüllung

Die Berliner Bäderbetriebe haben aus Sicherheitsgründen Einlassbegrenzungen eingeführt. Badegäste müssen dann an der Kasse warten.

Im Juli 2015 gab es im Columbiabad in Neukölln eine Massenschlägerei, 6000 Badegäste mussten daraufhin das Bad verlassen

Im Juli 2015 gab es im Columbiabad in Neukölln eine Massenschlägerei, 6000 Badegäste mussten daraufhin das Bad verlassen

Foto: Theo Schneider / Demotix

Wenn es sommerlich heiß ist, kann es in Berlins Freibädern sehr voll werden. Manchmal zu voll, so dass die Lage für die Schwimmmeister unübersichtlich und es für Schwimmende gefährlich werden kann.

Erstmals haben nun die Berliner Bäderbetriebe (BBB) in dieser Saison Einlassstopps in den Freibädern eingeführt: Wenn es zu voll wird, müssen weitere Gäste vor den Kassen warten, bis Besucher im Bad das Gelände wieder verlassen. Einlassstopps wegen Überfüllung sind bei Hallenbädern bereits üblich, wenn auch selten. Auch in anderen Städten gebe es Kassenschließungen bei zu großem Andrang in Freibädern, sagte BBB-Pressesprecher Matthias Oloew der Berliner Morgenpost.

>> Reportage von 2015: "Jetzt stürmen wir den Sprungturm" - Ein Tag im Columbiabad

Zum Mittel des Einlassstopps müssten auch die Sommerbäder nur sehr selten greifen. Bei mittlerweile etwa 100 Öffnungstagen und mehr als zwei Dutzend Freibädern habe es in dieser Saison nur dreimal einen Besucherstopp gegeben. „Betroffen sind vor allem Tage mit Temperaturen von 30 Grad oder mehr, und dann die Zeiten von etwa 14 bis 16 Uhr“, sagte Oloew. Wer es sich einrichten könne, der solle deutlich vor 14 Uhr ins Sommerbad kommen, dann habe er gute Chancen, auch an sehr heißen Tagen eingelassen zu werden.

Die Besucherstopps sollen die Sicherheit in den Bädern erhöhen

Wie lange man vor den Toren warten muss, können die Badverantwortlichen nicht immer sagen. Die Erfahrung zeige, so der Bädersprecher, dass die Wartezeit mal 20 Minuten, aber auch mal zwei Stunden betragen kann. Ist absehbar, dass es länger dauert, wird das an der Kasse verkündet und auf der BBB-Website bekanntgegeben . An „Tropentagen“ kann also ein Blick auf die Seite lohnen.

Die Möglichkeit der Einlassbegrenzung beruht auf einer Änderung des mit der Polizei erstellten Sicherheitskonzeptes. Man wolle so auf Veränderungen reagieren – es habe sich viel in der Welt geändert, sagte Oloew zunächst etwas zurückhaltend und räumte dann ein, dass dies eine Vorsorgemaßnahme in Zeiten des Terrors sei. Die Chance eines Terroranschlags sei wegen der Einlass- und Taschenkontrollen durch Sicherheitspersonal sehr gering, aber man wolle das Gefahrenpotenzial auf diese Weise weiter senken.

Zu den beim Einlass nicht zugelassenen Dingen gehören – neben offensichtlich als Waffen nutzbaren Gegenständen – beispielsweise Glasflaschen, Wasserpfeifen (Shisha-Pfeifen), andere Glasgegenstände sowie – was wohl öfter gefunden wird – Schälmesser.

Für die, die schon drin sind, ist die Situation jedenfalls entspannter

Die Menschen, die vor den Kassen stehen, reagieren nicht immer gelassen, wenn sie auf den Zugang warten sollen, so die Erfahrung der Bäderbetriebe. „Das ist manchmal schwer vermittelbar, besonders wenn so eine Regelung neu eingeführt wurde“, sagt Oloew, „aber in anderen Städten macht man das ebenso. Wir wollen das ausprobieren und sehen, wie es sich insgesamt bewährt.“ Für die Badenden, die bereits drin sind, ist die Situation allemal entspannter, wenn auf den Liegenflächen nicht Badetuch an Badetuch liegt und man im Becken seine Bahnen ziehen kann.

Bisher liegen die Besucherzahlen in den BBB-Sommerbädern über jenen des Jahres 2015, genaue Zahlen nennen die Bäderbetriebe aber noch nicht. Schon 2015 verzeichneten die Bäder 500.000 Besucher mehr als 2014. Allerdings war das Wetter in 2014 auch ungünstig, weshalb vergleichsweise wenige Besucher kamen. Die Berliner Bäder sind insgesamt stark vom Wetter abhängig, weil 80 Prozent ihrer Wasserflächen Freibad-Wasserflächen sind – das ist deutlich mehr als in anderen Städten mit einem höheren Anteil an Hallenbädern.