DIW-Studie

Berlin hat in Bezug auf Bildung "noch viel Aufholpotenzial"

Berlins Wirtschaft soll weiter vorangetrieben werden. Laut einer DIW-Studie benötige das Land dazu jedoch mehr Investitionen.

Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) soll Berlin mehr Geld in Bildung investieren

Laut dem Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) soll Berlin mehr Geld in Bildung investieren

Foto: Jonas Güttler / dpa

Die Bundeshauptstadt hat aus Sicht des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) ökonomisch die Trendwende geschafft. Die Stadt trete aber bei der Produktivität und damit verbunden auch beim Einkommensniveau auf der Stelle, heißt es in der neuen Studie „Wirtschaft und Arbeitsmarkt Berlins“. Es als Erfolg zu werten, dass die Berliner Wirtschaft stärker wachse als der Bundesdurchschnitt - „so weit würde ich nicht gehen“, sagte DIW-Präsident Marcel Fratzscher am Mittwoch bei der Vorstellung der Studie. „Es ist ein Aufholprozess.“

Dabei habe Berlin noch viel Potenzial, wenn das Land gezielter in Schulen und Ausbildungsprogramme investiere. Wichtig sei für Berlin die hohe Zahl an Unternehmensgründungen, sagte Fratzscher. Mittlerweile wird der DIW-Studie zufolge fast jedes zweite Unternehmen von Ausländern gegründet. Jede sechste Gründung in Berlin habe in den vergangenen Jahren hohes Innovationspotenzial gehabt.

Die Stadt tue bereits einiges, um innovative Jungunternehmen zu unterstützen. Beim Übergang von der Gründungs- in die Wachstumsphase seien zusätzliche Maßnahmen notwendig: So sollten hochwertige Gewerbe- und Industrieflächen bereitgestellt sowie Genehmigungen schneller erteilt werden, empfiehlt das DIW. Das Institut erhält als Forschungsförderung auch einen Millionenbetrag vom Land Berlin.

Der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) nannte die Sicherung von Flächen für Industrie und Gewerbe „entscheidend“ für ein weiterhin überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum der Metropole. Dabei komme dem Gelände des Flughafens Tegel nach dessen Schließung große Bedeutung zu. Wirtschaftssenatorin Cornelia Yzer (CDU) stimmte dem zu. Aus dem Sicherheitszaun um Tegel müsse schnell ein Bauzaun werden: „Keine Zeit verlieren, keine Pause entstehen lassen.“

Für Müller ist auch ein zweiter Punkt wichtig: „Wir müssen schneller und besser werden in der Begleitung durch die Verwaltung.“ Es gebe „erste Schritte“, die aber deutlich verstärkt werden müssten. Yzer sagte: „Berlin hat eine Aufholjagd aufgenommen, schlägt sich dort tapfer, aber wir müssen noch über Jahre deutlich überproportional wachsen, um zu anderen führenden Indusrtie- und Wirtschaftsstandorten aufzuschließen.“