Berlin-Altglienicke

Flüchtlingsunterkunft wird trotz Protest weiter gebaut

In einer Containersiedlung in Altglienicke sollen bis zu 500 Flüchtlinge maximal drei Jahre leben. Vier Nachbarn hatten etwas dagegen.

Weiße Container stehen an der Venusstraße inmitten von Einfamilienhäusern. Das Verwaltungsgericht hatte vor seiner Entscheidung zu den Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge in Alt-Glienicke einen Ortstermin anberaumt

Weiße Container stehen an der Venusstraße inmitten von Einfamilienhäusern. Das Verwaltungsgericht hatte vor seiner Entscheidung zu den Gemeinschaftsunterkünften für Flüchtlinge in Alt-Glienicke einen Ortstermin anberaumt

Foto: Soeren Stache / dpa

Eine umstrittene Flüchtlingsunterkunft in Berlin-Altglienicke kann nach einem Beschluss des Verwaltungsgerichts vorerst weiter gebaut werden. Im Eilverfahren wurden die Anträge von Anwohnern zurückgewiesen, wie das Gericht am Dienstag mitteilte. Nach Ansicht der Richter haben die Anwohner keinen Anspruch auf den unveränderten Erhalt des Gebietes, weil sich ihre Grundstücke und das der Unterkunft in unterschiedlichen Baugebieten befinden. Es werde auch nicht gegen das Gebot der Rücksichtnahme verstoßen, hieß es.

Maximal 500 Flüchtlinge sollen auf einem vier Hektar großen Areal an der Venusstraße für bis zu drei Jahren wohnen. Die Unterkunft ist eines der beiden Pilotprojekte, die Ende Juli bezugsfertig sein sollen.

Gericht nennt Beeinträchtigungen „vorübergehend hinzunehmen“

Das an die vier klagenden Nachbarn angrenzende Grundstück gehört der Berliner Immobilienmanagement GmbH (BIM), die für den Senat die Containersiedlung baut. Die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung hatte im Mai zugestimmt, auf diesem landeseigenen Grundstück ein Tempohome für Flüchtlinge zu bauen.

Da die Unterkunft nach höchstens drei Jahren wieder abgebaut werden müsse, seien die damit verbundenen Beeinträchtigungen vorübergehend hinzunehmen, heißt es in dem Gerichtsbeschluss. Die Senatsverwaltung habe außerdem Schutzwälle gegen Lärm zugesagt. Auch Sichtschutzzäune zwischen der Containeranlage und den Wohnhäusern seien geplant.