Terroranschlag

Berlin trauert um die Opfer von Nizza

Drei Berlinerinnen werden in Nizza weiter vermisst. Am Pariser Platz wurde dennoch das „Deutsch-Französische Fest“ gefeiert.

In Gedenken an die Opfer des Anschlags von Nizza kamen am Sonnabend viele Besucher zum Deutsch-Französischen Fest auf den Pariser Platz

In Gedenken an die Opfer des Anschlags von Nizza kamen am Sonnabend viele Besucher zum Deutsch-Französischen Fest auf den Pariser Platz

Foto: Paul Zinken / dpa

Trauer liegt über der Stadt. Blumen liegen am Sonnabend auf dem Bürgersteig vor der Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule in der Charlottenburger Sybel­straße. Kerzen werden entzündet. Die Fahnen vor dem Gebäude wehen auf halbmast. Immer wieder kommen Menschen, um neue Blumen vor der Schule abzulegen. Tränen fließen. 28 Schülerinnen und Schüler der Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule waren zum Zeitpunkt des Anschlags in Nizza. Noch immer wird um eine Lehrerin und zwei Schülerinnen der Schule gebangt. Sie gelten offiziell nach wie vor als vermisst.

Nach Angaben der Berliner Bildungsverwaltung kehrten am Sonnabend die letzten Jugendlichen und ihre Betreuer von zehn Schulen von ihren Klassenfahrten in Frankreich zurück, darunter auch die Schülerinnen und Schüler der Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule. Am späten Freitagabend waren die Berliner Schüler auf den Flughäfen Tegel und Schönefeld gelandet. Zusammen mit ihren Angehörigen wurden sie von bis zu 50 Notfallseelsorgern nach ihrer Rückkehr betreut.

Seelsorger der Kirchen kümmerten sich um insgesamt etwa 500 Menschen, berichtete Justus Münster am Sonnabend. Er koordinierte den Einsatz für die Evangelische Kirche. Die Ungewissheit über das Schicksal der beiden Schülerinnen und ihrer Lehrerin „macht uns die Betreuung schwer“, sagte Münster. Nicht nur die Schüler und ihre Angehörigen stünden unter Schock. „Für uns ist das genauso eine Situation der Ohnmacht.“ Am Montag soll bei einem ökumenischen Gottesdienst im Berliner Dom der Opfer gedacht werden (13 Uhr).

Kondolenzbuch ausgelegt

Währenddessen öffnete am Sonnabend am Brandenburger Tor das zweitägige Deutsch-Französische Fest zum französischen Nationalfeiertag. Am Freitag war es noch abgesagt worden, nach langen Überlegungen habe man sich aber entschlossen, das Fest am Sonnabend stattfinden zu lassen als Zeichen des Gedenkens und der Solidarität, sagt ein Ansager auf der Bühne.

Bereits am Nachmittag überreichte der Berliner CDU-Landesvorsitzende Frank Henkel (CDU) in der französischen Botschaft am Pariser Platz ein Kondolenzbuch mit mehreren Hundert Eintragungen. Henkel trug sich auch in das Kondolenzbuch der Botschaft ein und legte Blumen nieder.

An Ständen präsentieren sich das Institut Français oder die Flüchtlingshilfe „Moabit hilft“, es gibt französische Spezialitäten und ein Kulturprogramm. Der Erste, der auftritt, ist Trampolin­artist Benoit Charpe, der während seiner Nummer demonstrativ das Magazin „Charlie Hebdo“ liest. Am Abend sollte wie geplant die französische Band Air auf dem Pariser Platz auftreten. Nur das Blumenmeer vor der französischen Botschaft deutet auf das tragische Ereignis hin, das dieses Fest überschattet.