Nach Putschversuch

Pro-Erdogan-Demo vor türkischer Botschaft endet friedlich

Etwa 700 Menschen demonstrieren friedlich vor der türkischen Botschaft in Berlin. Müller und Henkel verurteilten den Putschversuch.

Bis zu 700 Menschen demonstrierten vor der türkischen Botschaft

Bis zu 700 Menschen demonstrierten vor der türkischen Botschaft

Foto: Peter Zander

Aus Erleichterung über das schnelle Ende des Militärputsches in der Türkei haben sich am Sonnabendnachmittag etwa 700 Türken friedlich vor der türkischen Botschaft in Berlin versammelt. In einem Meer aus Flaggen in den Nationalfarben riefen sie in Sprechchören „Raus mit den Feinden, die sich im Land verstecken“ und sangen die türkische Nationalhymne. Aufgerufen zu der Versammlung im Tiergarten hatte die Türkische Gemeinde Berlin. Die Botschaft blieb weiträumig abgesperrt.

Bereits in der Nacht und in den frühen Morgenstunden hatten rund 3000 Menschen vor der türkischen Botschaft in Berlin demonstriert.

Müller verurteilt Putschversuch

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller (SPD) verurteilte den Putschversuch. „Nach den erschütternden Ereignissen in der Türkei brauchen wir vor allem jetzt Ruhe und Besonnenheit. Versuche, Macht mit Gewalt an sich zu reißen, verurteile ich entschieden“, erklärte Müller am Sonnabend nach Angaben der Senatskanzlei. „Wir wünschen uns eine demokratische Türkei, in der rechtsstaatliche Prinzipien respektiert und geschützt werden.“

„Wir brauchen die Türkei als starken Partner für Europa, für Deutschland und auch für Berlin“, erklärte Müller weiter. „Gerade Berlin mit seiner großen türkischstämmigen Community hatte und hat engste Verbindungen zur Türkei. Unsere Gedanken sind mit den Angehörigen der Opfer der gestrigen Auseinandersetzungen.“

Henkel ruft zu Besonnenheit auf

Innensenator Frank Henkel (CDU) rief die türkische Cummunity in der Hauptstadt zu Besonnenheit auf „Die Ereignisse gestern Nacht in der Türkei sind nicht hinnehmbar“, erklärte der CDU-Politiker am Sonnabend. „Politische Wechsel müssen über demokratische Wahlen erfolgen, deshalb ist es wichtig, die staatliche Ordnung aufrecht zu erhalten. Die Türkei ist für uns ein wichtiger strategischer und wirtschaftlicher Partner. Jetzt geht es darum, Ruhe und Besonnenheit im Land, aber auch in der türkischen Community Berlins zu bewahren.“