Anschlag in Nizza

Ungewissheit über mögliche Opfer von der Paula-Fürst-Schule

In Berlin wird nach dem Terror in Nizza weiter um drei Berlinerinnen gebangt. 16 Opfer konnten bislang nicht identifiziert werden.

Blumen und ein Stein liegen auf einem Brief vor der Paula-Fürst-Schule. Nach den Terroranschlägen von Nizza werden zwei Schüler und eine Lehrerin der Schule vermisst

Blumen und ein Stein liegen auf einem Brief vor der Paula-Fürst-Schule. Nach den Terroranschlägen von Nizza werden zwei Schüler und eine Lehrerin der Schule vermisst

Foto: Paul Zinken / dpa

In Berlin wird nach dem Terroranschlag von Nizza mit mindestens 84 Toten weiter um eine Lehrerin und zwei Schülerinnen gebangt. Sie gelten bislang als vermisst. Eine offizielle Auskunft über das Schicksal der Berlinerinnen gab es am Sonnabend bislang nicht. Bei dem tödlichen Angriff am französischen Nationalfeiertag waren auch mehr als 200 Menschen schwer verletzt worden.

Nach Angaben der französischen Nachrichtenagentur AFP vom Sonnabend konnten 16 Todesopfer bislang nicht identifiziert werden. Offizielle Angaben zu den Toten lagen bislang nicht vor. Bei der Berliner Polizei hieß es, es werde weiter ermittelt. Zugleich wurde auf das Auswärtige Amt verwiesen. Das Ministerium hatte am Freitagabend nur bestätigt, dass unter den Verletzten eine Deutsche sei.

Etliche Menschen brachten auch am Sonnabend in Berlin ihr Mitgefühl zum Ausdruck. Vor der betroffenen Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule im Stadtteil Charlottenburg wurden Blumen niedergelegt und Kerzen aufgestellt. Auch an der französischen Botschaft in der Nähe des Brandenburger Tores wurde mit Rosen, Kerzen und selbstgemalten Bildern der Toten gedacht.

Letzte Berliner Schüler aus Nizza am Sonnabend zurückgekehrt

Ein Lastwagen war am Donnerstagabend auf der berühmten Uferstraße Promenade des Anglais auf einer Strecke von zwei Kilometern in eine feiernde Menschenmenge gerast. Der 31-jährige Fahrer mit tunesischen Wurzeln wurde schließlich von Sicherheitskräften erschossen.

Nach Angaben der Berliner Bildungsverwaltung kehrten am Sonnabend die letzten Jugendlichen und ihre Betreuer von zehn Schulen in der Hauptstadt von ihren Klassenfahrten in Frankreich zurück. Auch 28 Schülerinnen und Schüler der Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule waren zum Zeitpunkt des Anschlags in Nizza.

Am späten Freitagabend waren Berliner Schüler auf den Flughäfen Tegel und Schönefeld gelandet. Zusammen mit ihren Angehörigen wurden sie von bis zu 50 Notfallseelsorgern nach ihrer Rückkehr betreut. Polizei und Sicherheitskräfte schirmten die zum Teil unter Schock stehenden Menschen von der Öffentlichkeit ab.

Henkel überreicht Kondolenzbuch in der französischen Botschaft

Der Berliner CDU-Landesvorsitzende Frank Henkel (CDU) überreichte am Sonnabend in der französischen Botschaft am Pariser Platz ein Kondolenzbuch mit mehreren hundert Eintragungen. Die Bekundungen des Mitgefühls für die Opfer des Terrorakts waren laut CDU auf einem Landesparteitag der Christdemokraten gesammelt worden. Henkel trug sich auch in das Kondolenzbuch der Botschaft ein und legte Blumen nieder. Der Präsident des Berliner Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, wollte sich am späten Nachmittag in das Kondolenzbuch für die Opfer von Nizza eintragen.

Überschattet von dem Anschlag kamen am Sonnabendmittag erste Besucher zu einem Fest am Brandenburger Tor anlässlich des französischen Nationalfeiertages. Nachdem es am Freitag wegen des Anschlags zunächst abgesagt worden war, sollte nun etwas gefeiert werden. Am Abend sollte wie geplant die französische Band „Air“ an Berlins Wahrzeichen spielen.

Als Zeichen der Solidarität mit den Opfern war am Freitagabend die französische Botschaft in den Farben der französischen Trikolore blau, weiß, rot angestrahlt worden.