Stand-Up-Paddling

Stehpaddel-Verbot droht auf manchen Berliner Gewässern

Wegen brenzliger Situationen mit Schiffen wird jetzt über ein Verbot des Stand-up-Paddlings auf bestimmten Gewässern nachgedacht.

Die Trendsportart Stand-Up-Paddling, bei der man sich stehend auf Surfbrettern fortbewegt, hat die Berliner erfasst

Die Trendsportart Stand-Up-Paddling, bei der man sich stehend auf Surfbrettern fortbewegt, hat die Berliner erfasst

Foto: dpa

Die Trendsportart Stand-up-Paddling, bei der man sich stehend auf Surfbrettern fortbewegt, hat Berliner Gewässer erfasst. Wegen brenzliger Situationen mit Schiffen vor allem auf dem Landwehrkanal und der Müggelspree wird jetzt über ein Verbot des Stehpaddelns auf einzelnen Gewässerabschnitten nachgedacht. Wie Mike Kaus vom Berliner Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt auf Anfrage der Deutschen Presse-Agentur erklärte, stellt sich das Problem vor allem auf sehr engen sowie viel befahrenen Wasserstraßen.

Kaus berichtete von sehr vielen gefährlichen Situationen auf diesen Gewässern in der Vergangenheit. Schlimmeres sei bislang nur dank besonnenen Verhaltens von Boots- und Schiffsführern verhindert worden. Nun laufen Gespräche mit Wasserschutzpolizei und dem Landeskanuverband. Kaus betonte, seine Verwaltung stehe Trendsportarten sehr offen gegenüber, müsse aber die Auswirkungen auf die Sicherheit des Schiffsverkehrs prüfen. Wenn Regelungen für die Stehpaddler getroffen würden, könne nicht zwischen Profis und Anfängern unterschieden werden, so Kaus.

Immer mehr Berliner zieht es aufs Wasser

Auch die Ausflugsreedereien bekommen zu spüren, dass es Berliner und Gäste vermehrt aufs Wasser zieht. „Wir sehen, dass der Wassersport in Berlin enorm zunimmt“, sagte der Geschäftsführer der Reederei Riedel, Lutz Freise. Das Geschehen verlagere sich auch zunehmend in die Innenstadt. Noch kämen die Schiffe gut durch – aber auch Freise sorgt sich um die Stehpaddler. Oft können sie nicht so schnell manövrieren, wie es angesichts des Schiffsverkehrs nötig wäre, so Freise.

Surfbretter für Stand-up-Paddling kann man sich auch ausleihen – doch Anfänger haben manchmal Schwierigkeiten, das Gleichgewicht zu halten, und fallen ins Wasser. Und diese Hobbysportler sind nicht allein: Auch zahlreiche Floße, Schlauchboote und Kanus sind an lauen Sommerabenden und Wochenenden auf den Innenstadtgewässern unterwegs.

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Für die Wasserschutzpolizei Berlin stellen Hobbykapitäne auf den 220 Kilometern Berliner Wasserstraßen keinen besonderen Einsatzschwerpunkt dar. „Bei schönem Wetter sind die Gewässer einfach voll“, sagte die Einsatzsachbearbeiterin Daniela Dahlke. Bis Anfang Juli gab es in diesem Jahr rund 50 Unfälle in der Berufs- und Freizeitschifffahrt. Die Vorfälle werden nicht gesondert erfasst. Gemessen an der Menge der Fahrzeuge sei das keine auffällige Zahl, so Dahlke. Im gesamten Vorjahr gab es 117 Schiffsunfälle. Dass Menschen dabei zu Schaden kommen, sei äußerst selten.

Gleichwohl ist nicht jedem Hobbykapitän bekannt, dass es auch ohne Motor Fahrregeln zu beachten gilt und zum Beispiel die Spree in der Berliner Innenstadt nur mit Bootsführerschein befahren werden darf. „Da ist jeder für sich selbst verantwortlich. Wassersportler müssen sich genauso wie Radfahrer informieren, bevor sie am Verkehr teilnehmen“, betonte Dahlke. Die Wasserschutzpolizei informiere mit Broschüren im Internet und beantworte auch Telefonanfragen.

Die Wasserschutzpolizei ist an jedem Tag rund um die Uhr im Einsatz, verstärkt bei schönem Wetter und am Wochenende – sie verfügt über 20 Boote und 180 Beamte.