Terroranschlag

Bangen um Berlinerinnen - Schüler aus Nizza zurückgekehrt

Bei dem Terrorakt in Nizza sterben mindestens 84 Menschen. Zwei Schülerinnen und eine Lehrerin aus Berlin werden vermisst.

Polizisten sicherten am Abend den Flughafen Berlin-Tegel

Polizisten sicherten am Abend den Flughafen Berlin-Tegel

Foto: Soeren Stache / dpa

Nach dem Terroranschlag von Nizza mit mindestens 84 Toten bleibt das Schicksal von zwei Schülerinnen und eine Lehrerin aus Berlin ungewiss. Sie waren auf Klassenfahrt und werden seit dem Anschlag vermisst. Aus dem Auswärtigen Amt hieß es zunächst: „Es wird noch einige Zeit dauern, bis wir absolute Gewissheit haben werden.“ Das Ministerium bestätigte am Abend lediglich, dass sich unter den Verletzten eine Deutsche befindet. Sie wird medizinisch behandelt, ist aber nicht in Lebensgefahr.

Unterdessen sind am späten Freitagabend zwei Flüge aus Nizza an den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld gelandet. Passagiere und Angehörige wurden von Polizei und Sicherheitskräften von der Öffentlichkeit abgeschirmt. Notfallseelsorger und Mitarbeiter eines Kriseninterventionsteams kümmerten sich um sie. Nach Auskunft eines DRK-Mitarbeiters kam in Schönefeld eine Schülergruppe an, die von ihren Familien abgeholt wurde. Für sie stand ein Bus bereit. Der DRK-Helfer sprach von sehr emotionalen Szenen. Einige Jugendliche hätten das Gesprächsangebot angenommen.

Zurückgekehrte Berliner Klassen werden von Psychologen betreut

Freitag waren bereits einige Berliner Schulklassen aus Nizza in die Hauptstadt zurückgekehrt. Die heimkehrenden Klassen seien von Seelsorgern und Schulpsychologen betreut worden, sagte Beate Stoffers, Sprecherin der Senatsschulverwaltung.

In Nizza hatten sich Jugendliche aus zehn Berliner Schulen aufgehalten, darunter 28 Schülerinnen und Schüler der Paula-Fürst-Gemeinschaftsschule. Auf die Frage nach möglichen Opfern aus der Klasse sagte Schulrätin Ilse Rudnick: „Ich möchte darüber noch nicht reden, weil die Betroffenen müssen erst informiert werden.“ Die übrigen Schulen erklärten, ihre Schüler seien in Sicherheit.

Die Berliner Polizei bat am Abend über Twitter: „Bitte nehmen Sie Rücksicht auf die Angehörigen und beteiligen sich nicht an Gerüchten um den Verbleib der aktuell Vermissten.“ Das Landeskriminalamt ermittele intensiv zu den Vermissten.

Französische Botschaft in Berlin in Trikolore-Farben angestrahlt

Als Zeichen der Solidarität mit den Opfern wurde die französische Botschaft in Berlin am Brandenburger Tor am Abend mit den Farben der französischen Trikolore blau, weiß, rot angestrahlt. Am Brandenburger Tor war für Freitag und Samstag anlässlich des französischen Nationalfeiertages ein zweitägiges deutsch-französisches Fest geplant. Für Freitag wurde die Feier nahe der französischen Botschaft abgesagt. Samstag sollte das Fest aber stattfinden.

Ein Lastwagen war am Donnerstagabend auf einer Strecke von zwei Kilometern in eine feiernde Menschenmenge auf der berühmten Uferstraße Promenade des Anglais gerast. Insgesamt wurden mindestens 84 Menschen getötet und mehr als 200 verletzt. Als Attentäter wurde ein 31-jähriger Tunesier identifiziert, der in Nizza wohnte.