Festival

Beim "Polnischen Woodstock" feiern Tausende

Vier Bühnen, drei Tage voller Musik und tausende Musikfans nicht nur aus Polen: In Kostrzyn hat das "Woodstock-Festival" begonnen.

Das Festival "Przystanek Woodstock" läuft von Donnerstag bis Sonnabend

Das Festival "Przystanek Woodstock" läuft von Donnerstag bis Sonnabend

Foto: Lech Muszynski / dpa

Im westpolnischen Kostrzyn (Küstrin) - nahe der deutsch-polnischen Grenze - hat am Donnerstag das größte polnische Musikfestival begonnen. Zum Start von „Przystanek Woodstock“ (Woodstock-Haltestelle) gab es Dauerregen. „Das wird heute eine kalte, ungemütliche Nacht“, warnte der Organisator des Festivals, der Musikjournalist Jerzy Owsiak, die jugendlichen Besucher. „Passt gut auf euch auf!“

Mehrere tausend Jugendliche, die zum Teil schon seit Tagen auf dem Festivalgelände ihre Zelte aufgeschlagen hatten, tanzten trotz der Regengüsse ausgelassen vor der großen Bühne zu den Rhythmen der polnischen Band „Luxtorpedia“. Die traditionellen Woodstock-Schlammbäder waren angesichts des heftigen Regens garantiert.

Erstmals haben die Behörden das dreitägige Festival als „Veranstaltung mit erhöhtem Risiko“ ausgewiesen und Sicherheitsauflagen zur Bedingung des auch bei deutschen Besuchern beliebten Festivals gemacht. So wurde ein mehr als sechs Kilometer langer Sicherheitszaun um das Gelände gezogen. Auf den Bühnen gibt es Überwachungskameras. Zur Begründung heißt es, die Behörden befürchten, Rechts- und Linksextremisten könnten auf dem Festival für Unruhe sorgen.

Owsiak, der „Woodstock“ als Dankeschön für das Engagement jugendlicher Helfer für seine Spendenaktion für Kinderkrankenhäuser ins Leben rief, wies dies scharf zurück. „Dieses Festival ist eine Errungenschaft der vergangenen 22 Jahre“, sagte er im Fernsehsender TVN24. „Es unterscheidet sich von den großen kommerziellen Festivals, so fantastisch sie auch sind. Wir haben hier eine Bürgergesellschaft junger Menschen geschaffen.“Außer Musik gibt es auf dem „polnischen Woodstock“ auch Diskussionen mit Künstlern, Intellektuellen und Menschen, die sich in der polnischen Zivilgesellschaft engagieren. In diesem Jahr nimmt auch der polnische Ombudsmann für Bürgerrechte am Festival teil.