Immobilienmärkte

Umsätze mit Gewerbeimmobilien auf Rekordniveau

Berlin überholt München und Frankfurt. In Bezirken wie Friedrichshain-Kreuzberg sind kaum noch Büroflächen verfügbar.

Boomtown: Die Welle, Karl-Liebknecht-Straße: zwei Hotels und Büros

Boomtown: Die Welle, Karl-Liebknecht-Straße: zwei Hotels und Büros

Foto: TLG / BM

Der Markt der Gewerbeimmobilien in Berlin gewinnt weiter an Dynamik und überholt München und Frankfurt. Das zeigt der Marktbericht „Immobilienmärkte Berlin und Ostdeutschland 2016“, den die börsennotierte TLG Immobilien AG am Donnerstag vorlegte. Danach hat der Berliner Markt für gewerbliche Immobilieninvestitionen im Jahr 2015 mit einem Volumen von rund 8,3 Milliarden Euro einen neuen nationalen Rekordwert erreicht.

TLG-Vorstand Niclas Karoff sagte: „Der Berliner Büroimmobilienmarkt übertrifft derzeit alle Erwartungen.“ Die Stadt etabliere sich als wichtiger europäischer Investitionsstandort. In Bezirken wie Friedrichshain-Kreuzberg seien aufgrund der hohen Nachfrage und geringer Verfügbarkeit spekulativ errichteter Neubauten nur noch wenig freie Büroflächen auf dem Markt.

Der Büroflächen-Umsatz stieg auf 850.000 Quadratmeter – ein Plus von 24,3 Prozent gegenüber 2014. Gleichzeitig sank der Leerstand auf 3,8 Prozent. Wichtigster Treiber in diesem Branchensegment waren die in Berlin boomenden Start-ups mit ihrem stark steigenden Bedarf.

Der Berliner Einzelhandels-Immobilienmarkt belegte 2015 deutschlandweit den ersten Rang beim Flächenumsatz und Transaktionsvolumen (2,1 Milliarden Euro). Im wachsenden Einzelhandel (plus 2,2 Prozent) stiegen die Spitzenmieten bei kleineren Flächen von 300 auf 320 Euro/Quadratmeter. Mieten für größere Flächen im Non-Food-Bereich legten um bis zu 19 Prozent zu und erreichten vereinzelt 250 Euro. Die nachfragestärksten und teuersten Einzelhandelslagen sind in Charlottenburg-Wilmersdorf.

In der Hotelbranche gab es nach Rückgang auf rund 200 Millionen Euro im Jahr 2013 in den vergangenen drei Jahren ein steigendes Transaktionsvolumen auf den Rekordwert von 650 Millionen Euro im vergangenen Jahr. Dieser Trend dürfte auch in den kommenden Jahren anhalten: So sind für die kommenden Jahre 4000 zusätzliche Betten geplant. Hotels in Berlin sind besser ausgelastet (76,5 Prozent) und auch die Übernachtungspreise sind auf rund 94 Euro angestiegen.

Auch die ostdeutschen Immobilienmärkte bieten Investoren ein hohes Renditepotenzial: die Kaufpreise steigen während das Angebot zunehmend schrumpft. Rostock, Leipzig, Potsdam und teilweise auch Dresden können neben Berlin mit positiven Marktdaten und steigenden Mietpreisen überzeugen. Begünstigt wird die Marktentwicklung durch steigende Einwohnerzahlen, sinkende Arbeitslosigkeit und niedrige Kapitalmarktzinsen.