Parteitag in Kremmen

AfD-Mitglieder mit Pfeifkonzert empfangen

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Die Bundesvorsitzende der AfD, Frauke Petry, spricht am 08.07.2016 in Nauen (Brandenburg) bei einer Diskussionsrunde des AfD Landesverbandes Brandenburg zum Thema "Ist Deutschland noch zu retten?". Foto: Maurizio Gambarini/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Die Bundesvorsitzende der AfD, Frauke Petry, spricht am 08.07.2016 in Nauen (Brandenburg) bei einer Diskussionsrunde des AfD Landesverbandes Brandenburg zum Thema "Ist Deutschland noch zu retten?". Foto: Maurizio Gambarini/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++

Foto: Maurizio Gambarini / dpa

In der Musikantenscheune in Kremmen tagt die Brandenburger AfD - samt Frauke Petry und Alexander Gauland. Zur Begrüßung gab es Pfiffe.

Mit einem Pfeifkonzert haben rund zwei Dutzend Gewerkschafter und Mitglieder der Partei Die Linke die rund 180 Delegierten beim Landesparteitag der AfD im brandenburgischen Kremmen empfangen. Mit Plakaten wie „Rote Karte für Rassisten“ demonstrierten sie am Samstag gegen die nationalkonservative Politik des Landesvorsitzenden Alexander Gauland und für den brandenburgischen Mindestlohn von 9 Euro, den die AfD im Landtag abgelehnt hatte.

Nach der Spaltung der AfD-Fraktion in Baden-Württemberg und dem offenen Streit im Bundesvorstand der Partei wird der Gastauftritt der Vorsitzenden Frauke Petry auf dem Landesparteitag mit großer Spannung erwartet. Sie führt einen Machtkampf mit ihrem Co-Vorsitzenden Jörg Meuthen, der als Vorsitzender die Stuttgarter AfD-Fraktion verlassen und eine eigene Fraktion gegründet hatte. Hintergrund waren antisemitisch gewertete Äußerungen des AfD-Landtagsabgeordneten Wolfgang Gedeon. Gauland hatte Petry für ihre Intervention in der Stuttgarter Fraktion scharf kritisiert, weil sie sich „in Landesinterna eingemischt hat, die sie nichts angehen.“

Petry ruft zu Geschlossenheit auf

Die AfD-Parteichefin Frauke Petry hat die Partei ungeachtet ihres offenen Streits mit ihrem Co-Vorsitzenden Jörg Meuthen zur Geschlossenheit aufgerufen. „Wir haben es auch in der schwierigen Anfangszeit hinbekommen, weil wir immer einig zusammengestanden haben“, sagte Petry am Samstag in einer Rede auf dem Landesparteitag der Brandenburger AfD in Kremmen (Oberhavel).

Auf ihren Zwist mit Meuthen und auf die Spaltung der baden-württembergischen AfD-Fraktion unter seiner Führung ging sie nicht direkt ein. Einen Zustand, dass innerhalb der AfD nicht engagiert diskutiert werde, habe sie noch nicht erlebt, sagte Petry lediglich. „Und ich will einen solchen Zustand bei der AfD auch nicht erreichen.“

„Antisemitismus ist eine Grenzüberschreitung“

Brandenburgs AfD-Landeschef und Bundesvize Alexander Gauland hat sich im Führungsstreit in seiner Partei hinter den Bundesvorsitzenden Jörg Meuthen gestellt. „Grenzüberschreitung kann ins politische Aus führen“, sagte Gauland am Samstag auf dem Landesparteitag der AfD in Kremmen (Oberhavel). „Und Antisemitismus ist eine solche Grenzüberschreitung.“ Meuthen hatte im Stuttgarter Landtag als Fraktionschef mit zwölf Abgeordneten die AfD-Fraktion verlassen, weil er keine ausreichende Mehrheit für den Ausschluss des Abgeordneten Wolfgang Gedeon wegen antisemitischer Äußerungen bekommen hatte.

Gauland griff dagegen erneut Frauke Petry an, die in Stuttgart interveniert und erklärt hatte, sie wolle die zerstrittene Fraktion wieder zusammenschmieden. Gauland kritisierte in Gegenwart Petrys, dass sie sich mit ihrem Besuch in der Stuttgarter Landtagsfraktion ungefragt eingemischt habe. „Das wollen wir in unserem Landesverband nicht, das wollen die Kollegen in den anderen Landesverbänden nicht - und deswegen darf es das nicht geben.“ Petry hatte sich zuvor als Gastrednerin auf dem Landesparteitag in Kremmen nicht zu dem Konflikt geäußert.

( dpa )