Hauptstadt-Flughafen

Der zu kleine BER bekommt noch einen Anbau

Weil der neue Hauptstadtflughafen zu klein ist, wird ein Zusatz-Terminal gebaut.

Das Terminalgebäude und Nebengebäude des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld

Das Terminalgebäude und Nebengebäude des Hauptstadtflughafens Berlin Brandenburg Willy Brandt (BER) in Schönefeld

Foto: Patrick Pleul / dpa

Noch bevor klar ist, wann der Hauptstadtflughafen in Schönefeld in Betrieb geht, wurde schon über seine Erweiterung beraten. Denn die noch aus den 90er-Jahren stammenden Konzepte für den neuen Airport sind von der Wirklichkeit längst überholt. Gingen die Planer anfangs von einer Jahreskapazität von 25 Millionen Passagieren aus, rechnet Flughafenchef Karsten Mühlenfeld längst mit mehr als 30 Millionen Fluggästen, die an dem dann einzigen Flughafen der Hauptstadtregion pro Jahr abzufertigen sind.

Die Flughafenbetreiber beschlossen daraufhin, den alten Airport in Schönefeld mit der BER-Eröffnung nicht zu schließen, sondern bis 2023 weiter zu nutzen. Spätestens bis dahin soll dann am BER auch ein zusätzliches Abfertigungsgebäude fertig sein.

Das separate Terminal mit der Bezeichnung T1E soll in Verlängerung des BER-Nordpiers entstehen. Einchecken sollen dort vor allem Passagiere der sogenannten Low-Cost-Carrier wie Ryanair und Easyjet, die wegen der deutlich geringeren Start- und Lande-Gebühren auch nach der BER-Eröffnung erst einmal in Schönefeld-Alt bleiben wollen. Die Terminals dort werden derzeit gerade auf eine Jahreskapazität von zehn bis elf Millionen Fluggästen erweitert.

Kosten für Neubau sind mit 200 Millionen Euro kalkuliert

Am Freitag hat sich Mühlenfeld nun sein Erweiterungskonzept vom Flughafen-Aufsichtsrat absegnen lassen. Bewilligt wurde zunächst nur das Geld für die Planung des Terminals. Die Gesamtkosten sind mit rund 200 Millionen Euro kalkuliert. Beschafft werden soll das Geld über neue Kredite, für die wiederum die Eigentümer des Flughafens, also der Bund und die Länder Berlin und Brandenburg, bürgen müssen. Obwohl das Okay aus Brüssel für das 2,2 Milliarden Euro teure Finanzpaket für den BER noch immer aussteht, haben Bund und Länder bereits zugesichert, dass sie dem Flughafen alle notwendigen Mittel bereits vorab bereitstellen.

Ein Termin für die Eröffnung des BER wurde erneut nicht genannt. „Wir sind guter Dinge und glauben auch weiterhin, dass 2017 machbar ist, und wir werden weiter hart daran arbeiten, das hinzubekommen“, sagte Flughafenchef Mühlenfeld dazu. Auf die Frage, ob eine mögliche Verschiebung des Eröffnungstermins ins Jahr 2018 noch vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus im September verkündet werde, antwortete Berlins Regierender Bürgermeister und BER-Aufsichtsratchef Michael Müller (SPD): „Es wird dann etwas verkündet, wenn es etwas zu verkünden gibt. Wenn’s drei Wochen vorm Wahltag ist, machen wir’s drei Wochen davor, wenn’s drei Tage davor ist, drei Tage. Wenn’s zehn Tage danach ist, zehn Tage danach.“