Autorennen in Berlin

Berliner Senatoren für härtere Strafen bei illegalen Rennen

Raser spielten mit dem Leben der anderen, sagt die Politik. Auch in Berlin gab es einen tödlichen Unfall.

Zerstörte Fahrzeuge nach einem illegalen Autorennen (Archiv)

Zerstörte Fahrzeuge nach einem illegalen Autorennen (Archiv)

Foto: dpa

Berlins Innensenator Frank Henkel und Justizsenator Thomas Heilmann (CDU) haben eine Bundesratsinitiative für härtere Strafen bei illegalen Autorennen begrüßt. Beide Politiker kündigten an, sich im Senat dafür einzusetzen, dass Berlin dem Gesetzesantrag von Nordrhein-Westfalen und Hessen im Bundesrat zustimmt.

Henkel teilte mit: „Eine solche Verschärfung muss auf Bundesebene geregelt werden. Dennoch ist es richtig, über die Länderkammer Druck aufzubauen.“ Härtere Strafen könnten der Justiz die Arbeit erleichtern und eine abschreckende Wirkung auf die illegale Raserszene haben. Heilmann betonte: „Wenn einen das illegale Rennen ins Gefängnis bringen kann, dürfte auch dem letzten klar sein, dass es kein Kavaliersdelikt ist, sondern hochgradig verantwortungslos und gefährlich.“

Auch Polizeigewerkschaften plädierten für ein härteres Vorgehen gegen Teilnehmer illegaler Autorennen. Der Vorsitzende der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG), Rainer Wendt, sagte, es sei dringend notwendig, deutlich zu machen, dass es sich um ein „sehr schweres Vergehen“ handelt, das Leben unschuldiger Menschen gefährde.

Sein Amtskollege von der Gewerkschaft der Polizei (GdP), Oliver Malchow, stimmte zu: Härtere Strafen seien ein zwar deutlicher, aber dennoch notwendiger Schritt. Er sei wichtig, weil illegale Autorennen in der Vergangenheit immer wieder zu tödlichen Unfällen geführt hätten.

Bis zu zehn Jahre Gefängnis, wenn jemand verletzt wird

Auf eine Initiative des NRW-Justizministeriums soll es bundesweit härtere Strafen geben. Sie sieht Gefängnisstrafen von bis zu drei Jahren vor. Sollten Menschen verletzt oder getötet werden, drohen bis zu zehn Jahre Gefängnis. Wenn alle Beteiligten, insbesondere der Bundestag, mitspielten, könne die Initiative noch in diesem Jahr Gesetzeskraft bekommen, sagte NRW-Justizminister Thomas Kutschaty (SPD) am Dienstag der Deutschen Presse-Agentur.

Bislang müssen Teilnehmer illegaler Rennen mit 400 Euro Bußgeld und einem Monat Fahrverbot rechnen. Veranstaltern droht die Zahlung von 500 Euro. Illegale Autorennen hatten zuletzt mehrfach tödliche Folgen. Sowohl in NRW wie in Berlin und anderen Bundesländern wurden Menschen dabei totgefahren oder lebensgefährlich verletzt.

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