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Karstadt bestätigt Pläne für neues Warenhaus in Tegel

Spätestens ab 2018 soll im Tegel Center eine neue Karstadt-Filiale entstehen. Karstadt-Chef Fanderl feiert die Pläne als "Wende".

Spätestens ab 2018 soll im Tegel Center eine neue Karstadt-Filiale entstehen

Spätestens ab 2018 soll im Tegel Center eine neue Karstadt-Filiale entstehen

Foto: Martin Gerten / dpa

Spätestens 2018 will der Karstadt-Konzern ein neues Warenhaus im umgebauten und sanierten Tegel-Center an der Gorkistraße eröffnen. Das geht aus einem Schreiben des Vorstandsvorsitzenden Stephan Fanderl an die Mitarbeiter hervor, das der Berliner Morgenpost vorliegt. Am Montag hatte zunächst das Portal textilwirtschaft.de darüber berichtet. Die Entstehung einer völlig neuen Filiale habe Karstadt seit 30 Jahren nicht mehr gesehen, heißt es in Fanderls Mitteilung. In der Erweiterung des Filialnetzes sieht der Konzernchef „etwas, das wie kein anderes Ereignis 2016 den Gesundungsprozess von Karstadt belegt“.

Auch Details werden bereits genannt. Das neue Karstadt-Warenhaus wird eine Verkaufsfläche von 8800 Quadratmetern umfassen und auf vier Etagen als lokaler Marktplatz konzipiert. Dabei richtet Karstadt das Sortiment auf den jeweiligen Standort aus. Das kann in Berlin anders sein als in Hamburg. Seit einem Jahr analysiert der Konzern das Umfeld der Gorkistraße in Tegel und sieht dort großes Wachstumspotenzial. Der Standort liege inmitten einer Reihe sehr attraktiver Wohngebiete mit steigender Kaufkraft. Lokale Marktplätze seien keine Verlegenheitslösung, sondern das am stärksten wachsende Zukunftsformat, so Fanderl. Dieses solle in Tegel komplett neu aufgebaut werden.

In der Fußgängerzone an der Gorkistraße prägen seit der Schließung von Hertie Billigketten und Leerstand das Bild. Um so größer ist die Erleichterung im Bezirksamt. Von „heller Begeisterung“ spricht Bürgermeister Frank Balzer (CDU) angesichts der Karstadt-Pläne. Ein Warenhaus mit einem Vollsortiment gebe es noch nicht in Alt-Tegel. „Das bedeutet eine deutliche Aufwertung, von der alle profitieren“, sagt Balzer. Die Menschen würden künftig bewusst die Fußgängerzone ansteuern.

Das sieht auch der Bezirksstadtrat für Stadtentwicklung und Gewerbe so. Mit dem Warenhaus komme ein „hoher Frequenzbringer“ nach Tegel, sagt Martin Lambert (CDU). Das käme auch den übrigen Geschäften bis hin zu den Hallen am Borsigturm zugute. Nach seinen Informationen soll es neben Karstadt bereits einen zweiten Hauptmieter geben. „Wenn es so ist, mache ich mir um die positive Entwicklung des Einkaufszentrums Tegel keine Sorgen“, sagt Lambert.

Umbauarbeiten sollen Ende des Jahres erst beginnen

Ende des Jahres soll der Umbau des Tegel-Centers und des ehemaligen Hertie-Hauses beginnen, heißt es am Dienstag aus dem Bezirksamt. Ursprünglich war der Start der Arbeiten Mitte des Jahres geplant. Eigentümer der Einzelhandelsimmobilien ist Harald Huth, Geschäftsführer der HGHI Holding GmbH, der zuletzt die Mall of Berlin am Leipziger Platz gebaut hat. Etwa 200 Millionen Euro will der Eigentümer in den Umbau und die Modernisierung der beiden Immobilien investieren. Der Gebäudekomplex des Tegel-Centers soll dabei im Wesentlichen erhalten bleiben, jedoch entlang der Gorkistraße eine neue Fassade erhalten.

Eine Änderung gibt es jedoch: Mit der Ansiedlung von Karstadt sei jetzt sicher, dass das Gebäude um eine Etage aufgestockt werde, sagt Bezirksbürgermeister Balzer. „7000 Quadratmeter Verkaufsfläche sind zu wenig für einen so großen Anbieter“, so der Politiker. Mit dem neuen Stockwerk würden fast 10.000 Quadratmeter zur Verfügung stehen. Balzer: „Karstadt ist ein ganz wesentliches Puzzle bei der neuen Gestaltung des Tegel-Centers.“