Mode in Berlin

Jean Paul Gaultiers Revue-Kostüme im Friedrichstadt-Palast

Die millionenteure neue Show „The One“ des Friedrichstadt-Palasts wird in Teilen vorab präsentiert.

Jean Paul Gaultier ist einer der wenigen Weltstars der Modebranche

Jean Paul Gaultier ist einer der wenigen Weltstars der Modebranche

Foto: Rainer Torrado / Friedrichstadt-Palast

Berndt Schmidt, Intendant des Friedrichstadt-Palastes, traute seinen Ohren nicht, als er hörte, dass Modemacher Jean Paul Gaultier eine Show besuchen wollte. „Wir haben dann ,The Wyld’ gesehen“, sagte Schmidt. Doch der Höhepunkt kam erst noch. Nachdem Gaultier in Begleitung von Amanda Lear die Revue besucht hatte, sagte er: „So eine Show will ich auch mal machen.“ Der Besuch ist gerade mal zwei Jahre her, und im Oktober wird „The One Grand Show“ Premiere feiern – mit den Kostümen von Mode-Ikone Gaultier.

Am Montagabend lud der Friedrichstadt-Palast in eine alte, verlassene Teppichfabrik auf der Halbinsel Stralau ein, um die ersten vier Musikstücke der Show zu präsentieren. Die 21-köpfige Showband, Sänger Roman Lob (DSDS- und Eurovision-Teilnehmer) und Kollegin Brigitte Oelke begeisterten die rund 200 Gäste, darunter Tita von Hardenberg, Ulrike Frank und Mic Done t.

Die neue Show im Friedrichstadt-Palast wartet mit vielen Superlativen auf. Elf Millionen Euro wurden in „The One Grand Show“ investiert, 100 Künstler aus 26 Nationen werden auf der größten Theaterbühne der Welt auftreten – in den Kostümen von Jean Paul Gaultier. Für den Haute Couture-Designer geht damit ein Jugendtraum in Erfüllung. Sein Management habe ihm von dem Job abgeraten, sagte Schmidt. „Wer jemals einen Blick in Gaultiers Terminkalender werfen konnte, weiß: Es ist eine Sensation“, erklärte der Intendant weiter. Schließlich entwirft der Couturier für diese Show 500 Kostüme.

Und das mit voller Hingabe. „Er nimmt jedes Kostüm selbst ab“, sagte Schmidt. Eine Woche im Monat verbringe der Designer deshalb in Berlin. „Er ist Perfektionist und schaut sich jede Pailette an“, sagte Schmidt.

Jean Paul Gaultier ist einer der wenigen Weltstars der Modebranche. Der Pariser Designer brachte das gestreifte Marine-Shirt in die Haute Couture und stattete Madonna mit dem legendären Kegel-BH aus. Doch obwohl er mit Beyoncé, Lady Gaga, Kylie Minogue, Sting und Tina Turner gearbeitet hat, blieb ein Ziel stets unerfüllt. „Schon als kleiner Junge war es mein großer Traum, an einer Revue mitzuarbeiten“, so Jean Paul Gaultier.

Er habe im TV die Premiere von „Folies Bergère“ gesehen und am nächsten Tag die Mädchen mit Federn und Netzstrümpfen gezeichnet. Daraufhin bekam er „Ärger in der Schule“, merkte aber auch, dass er für seine Zeichnungen „bewundert wurde“.

Außerdem bedeutet ihm Berlin viel. „Diese Stadt hat das Kabarett der Zwanziger Jahre definiert, und der Palast ist ein Ort mit einer reichen und wechselvollen Geschichte. Ich fühle mich geschmeichelt und geehrt, dass ich Teil dieser Produktion sein darf.“