Prozess in Berlin

Verscharrte Leiche am Kiessee - Angeklagte schweigt

Drei Monate fehlte von der 59-Jährigen jede Spur. Überweisungen von ihrem Konto führten zu einer Bekannten. Die steht nun vor Gericht.

Vor dem Berliner Landgericht muss sich eine 37-Jährige wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten

Vor dem Berliner Landgericht muss sich eine 37-Jährige wegen Körperverletzung mit Todesfolge verantworten

Foto: Paul Zinken / dpa

Sie soll eine Bekannte umgebracht und die Leiche an einem Kiessee im Norden Berlins verscharrt haben. Vor Gericht wird der 37-Jährigen aber lediglich Körperverletzung mit Todesfolge zur Last gelegt. Zwar war gegen sie zunächst wegen Mordverdachts ermittelt worden. Die genaue Todesart sei aber „mangels vollständiger Leiche“ unklar geblieben, heißt es in der Anklage. Seit Montag steht die Beschuldigte in Berlin vor dem Landgericht - und schweigt zu den Vorwürfen.

Zwischen der Angeklagten und dem Opfer soll es im September 2015 zu einem Streit gekommen sein. Die Geschädigte war Ermittlungen zufolge im Flur ihrer Wohnung im Stadtteil Tiergarten zu Boden gegangen und gestorben. Erst drei Monate nach der Tat waren Überreste der Leiche entdeckt worden.

Die Angeklagte soll sie vermutlich mit Hilfe einer Freundin zerteilt und versteckt haben - Teile seien in Tüten an einen Kiessee im Ortsteil Blankenfelde gebracht und dort vergraben worden, hieß es am Rande des Prozesses.

Überweisungen vom Konto der Geschädigten sollen auf die Spur der Angeklagten geführt haben. Die 37-Jährige soll nach dem tödlichen Streit eine EC-Karte und ein Sparbuch ihrer Bekannten gestohlen und in zwei Fällen insgesamt 500 Euro abgezweigt haben. Sie muss sich nun auch wegen Diebstahls, Urkundenfälschung sowie Betrugs verantworten.

Die Angeklagte führte Polizisten zur Leiche

Die Beschuldigte und eine 44-Jährige waren Mitte Dezember festgenommen worden. Sie sollen seit Jahren zum Bekanntenkreis des Opfers gehört haben. Das befreundete Paar stand zunächst unter Mordverdacht. Die Angeklagte soll bei der Polizei schließlich Angaben gemacht und Ermittler zur Leiche geführt haben. Beamte hätten verweste Überreste gefunden, hieß es damals. Im Fall der 44-Jährigen habe sich der Verdacht auf eine Beteiligung an dem gewaltsamen Übergriff nicht erhärtet.

Ob sich die Angeklagte zu einem späteren Zeitpunkt vor Gericht äußern wird, blieb zunächst offen. Sieben weitere Verhandlungstage sind bislang terminiert. Der Prozess wird am 14. Juli fortgesetzt.