Verkehr in Berlin

Fahrradleihsystem soll noch im Juli vorgestellt werden

Der Senat hat einen neuen Betreiber für den öffentlichen Fahrradverleih in Berlin ausgewählt. Was die Nutzer zahlen müssen, ist unklar.

Bislang betreibt die Bahn mit „Call a Bike“ das öffentliche Fahrradverleihsystem in Berlin. Der Senat hat mit Nextbike aus Leipzig einen neuen Betreiber ausgewählt

Bislang betreibt die Bahn mit „Call a Bike“ das öffentliche Fahrradverleihsystem in Berlin. Der Senat hat mit Nextbike aus Leipzig einen neuen Betreiber ausgewählt

Foto: Felix Zahn / dpa

Voraussichtlich noch in diesem Monat werde der neue Betreiber für das öffentliche Fahrradverleihsystem in Berlin seine Planung vorstellen. Das erklärte Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) auf eine noch unveröffentlichte parlamentarische Anfrage des CDU-Abgeordneten Stefan Evers, die der Berliner Morgenpost vorliegt. Wie berichtet, hatte der Senat Anfang Juni, nach langer Verzögerung, einen neuen Betreiber ausgewählt: Nextbike aus Leipzig will 5000 Fahrräder an mehr als 700 Stationen anbieten. Wann das Projekt startet und wieviel die Nutzer zahlen müssen, ist noch unbekannt.

Die 700 Ausleih- und Rückgabestationen sollen vorrangig innerhalb des S-Bahn-Rings geschaffen werden, sagte Gaebler. Über eine Ausweitung, etwa entlang von Bahnlinien, entscheide der Betreiber in Abstimmung mit der Senatsverkehrsverwaltung und den Bezirken. Die Nutzung von Straßenflächen für die Stationen müsse für jeden Standort genehmigt werden. Die Senatsverwaltung prüfe „den Antrag vor“ und leite ihn an das zuständige Bezirksamt weiter.

CDU fordert: Erste halbe Stunde soll kostenlos sein

Evers hatte sich dafür ausgesprochen, nach dem Pariser Vorbild einen Jahrestarif von unter 30 Euro festzulegen und die erste halbe Stunde der Leihfahrradnutzung kostenlos anzubieten. Für die in der nächsten Legislaturperiode anstehende Folgeausschreibung strebe die CDU eine weitere Verdichtung und flächenmäßige Ausdehnung des Angebots über den S-Bahn-Ring hinaus an, sagte Evers der Morgenpost. Mittelfristig solle die Zahl der Verleihstationen berlinweit auf 1500 gesteigert werden und die Zahl der zur Verfügung gestellten Fahrräder auf 20.000 wachsen.

Evers hatte sich in den vergangenen Wochen für das Pariser Modell starkgemacht. Dort stünden flächendeckend mehr als 23.000 Fahrräder an 1750 Stationen zur Verfügung. In Paris seien die Leihstationen maximal 300 bis 500 Meter voneinander entfernt, so der Unionspolitiker. Aufgrund der Dichte des Netzes und weil die ersten 30 Minuten gratis sind, komme niemand auf die Idee, sein Leihfahrrad mit in die Metro zu nehmen. Das entlaste die Züge.

Die Rahmenbedingungen seien nicht vergleichbar, erklärte indes Gaebler. Paris bezuschusse das dortige System mit 40 Millionen Euro pro Jahr, außerdem hätten viel weniger Menschen ein eigenes Fahrrad. Ein „stadtweit flächendeckendes Netz“ sei in Berlin wegen fehlender Wirtschaftlichkeit nicht realistisch.