Spektakel

Ute Lemper und Chris de Burgh bei Classic Open Air

Orchester, Jazzer und die Hits von Udo Jürgens werden Ende Juli am Gendarmenmarkt erklingen.

Feuerwerk der Komponisten: Auch in diesem Jahr findet der Eröffnungsabend einen explosiven Abschluss

Feuerwerk der Komponisten: Auch in diesem Jahr findet der Eröffnungsabend einen explosiven Abschluss

Foto: DAVIDS/Darmer

Wer kurz vor der 25. Auflage seines Festivals steht, hat manche Anekdote zu erzählen, die sich am Rand von insgesamt 132 Konzerten ereignete. So bat Gerhard Kämpfe, Erfinder und Chef von Classic Open Air am Donnerstagmittag ins Hilton am Gendarmenmarkt, um nicht nur die im Juli bevorstehenden Musikstage vorzustellen, sondern auch an große Momente und kleine Beinahe-Katastrophen vergangener Jahre zu erinnern.

Das Festival dauert vom 21. bis 25. Juli. Am Auftaktabend stehen unter anderem Chanson-Sängerin Ute Lemper, Berlins Jazz-Trompeter Till Brönner und der Liedermacher Chris de Burgh auf der Bühne. Der Klassik entstammen etwa Sopranistin Eva Lind und Tenor Sebastian Reinthaller.

Es soll eine Jubiläumsgala werden, die Highlights aus 25 Jahren bietet, so Kämpfe. „Wir haben von Anfang an Rock, Pop, Jazz und Klassik vermengt. Der erste Abend stellt diese Mischung noch einmal in den Mittelpunkt.“

Mozart-Klassiker gefolgt von „Rock Me Amadeus“

Wie immer bildet ein brillantes Feuerwerk den Abschluss. Bei einer früheren Premierennacht wäre es fast zum Unglück gekommen, so Kämpfe. Von einer Baustelle war zunächst unbemerkt ein Kranausleger über das Konzerthaus geschwungen. „Von dessen Dach aber sollte das Feuerwerk gezündet werden“, sagte Kämpfe. Was, wenn aufsteigende Pyrotechnik am Ausleger abprallt und zurück auf die noch nicht abgefeuerten Raketen stürzt? Kämpfe ließ den Kranführer verständigen. Als der jedoch in der Dunkelheit seine Maschine erklomm, wurde er von einem misstrauischen Berliner beobachtet, der die Polizei verständigte. Als die Beamten eintrafen, musste der Arbeiter ihnen den Ernst der Situation verdeutlichen, bevor er schließlich in seine Kanzel steigen durfte, um mit ein paar Hebelbewegungen endlich Platz zu machen für ein sicheres Feuerwerkspektakel.

„Ganz schön große Fußstapfen“

In diesem Jahr steht nun der Abend des 22. Juli unter dem Motto „Wiener Blut - Von Strauß bis Udo Jürgens“. Das Programm schließt das ganze musikalische Spektrum der Stadt ein, bietet Mozart, „Rock Me Amadeus“ von Falco und zuletzt eine Hommage an Udo Jürgens, gesungen von Entertainer Marc Secara. „Das sind ganz schön große Fußstapfen, in die ich treten werden“, sagte er. Besonderen Reiz gewinnen Jürgens Hits dadurch, dass sie von einem Orchester, den Brandenburger Symphonikern interpretiert werden.

Der 23. Juli bringt den reinen Klassikabend des Festivals, für den die Fans schon im Winter Tickets kauften, als die Programm und Künstler noch gar nicht bekannt waren. Am folgenden tag spielt das Konzerthausorchester mit mehreren Gesangssolisten „Gershwin, Bernstein & Friends“. Den Abschluss am 25. Juli macht Chris de Burgh, der mit Band und dem Neuen Sinfonieorchester Berlin auftritt.

Chris de Burgh steuerte sein eigenes Flugzeug nach Berlin

Gerhard Kämpfe hat beste Erinnerungen an dessen Classic Open Air Konzert 2003. Der irische Schmusepopper und Hobbypilot war wieder mit dem eigenen Flugzeug nach Berlin gekommen und schaute sich am Vorabend unangekündigt den Gendarmenmarkt an. Das Ensemble aus Konzerthaus, Französischem und Deutschem Dom inspirierte ihn offenbar zu einer gewagten Idee. „Wie wäre es“, fragte er Kämpfe, „Wenn ich den ersten Teil des Konzerts nur mit Gitarre und Keyboard-Begleitung spiele?“ Ein Großkonzert mit einer Reihe ruhiger Stücke starten? Bei Tageslicht? Gerhard Kämpfe riet vorsichtig aber bestimmt ab.

Doch der Sänger hat offenbar nicht nur gefährliche Hobbys sondern ist auch für riskante Absprachen zu haben. „Wenn ich es nicht schaffe“, forderte er Kämpfe heraus, „das Publikum nach 15 Minuten zum Mitsingen zu bekommen, verzichte ich auf meine Gage.“

Wette ausgeschlagen

Der Classic Open Air Chef lehnte ab. Ehrensache. Dem Publikum bot Kämpfe dennoch einen außergewöhnlichen Abend. Trotz ausgeschlagener Wette. Kämpfe hätte sie eh’ verloren. Denn kaum hatte sich de Burgh ein bisschen eingespielt, sang schon der ganze Gendarmenmarkt. Sieben Minuten nach Konzertbeginn.

Classic Open Air Tickets sind an allen bekannten Vorverkaufsstellen erhältlich. Karten kosten vom 21. bis 24. Juli 49 bis 102 Euro, am 25. Juli von 39,50 bis 102 Euro, jeweils zuzüglich Vorverkaufs- sowie Ticketgebühr.